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Israel startet "groß angelegte Angriffswelle" auf Teheran - Iran droht mit weiteren Attacken
Am vierten Kriegstag hat Israel Teheran mit einer "groß angelegten Angriffswelle" attackiert. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Dienstag von Explosionen in der iranischen Hauptstadt, daneben griff Israel nach Armeeangaben auch Produktionsstätten für ballistische Raketen im Iran an. Die iranischen Revolutionsgarden drohten ihrerseits nach einer Serie von Angriffen auf Botschaften, Industrieanlagen und Flughäfen in der Golfregion weitere massive Angriffe gegen die USA und Israel, aber auch "alle Wirtschaftszentren" im Nahen Osten an.
Die "groß angelegte" Angriffswelle auf Teheran ziele "auf die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes" in der iranischen Hauptstadt ab, erklärte die israelische Armee. Sie teilte mit, einen hochrangigen iranischen Kommandeur in Teheran angegriffen zu haben.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von Explosionen in Teheran. Über der Stadt stiegen Rauchwolken auf. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, Kampfjets Israels und der USA hätten Angriffe im Stadtzentrum geflogen.
Auch einer der beiden Hauptstadtflughäfen in Teheran, der Flughafen Mehrabad, wurde einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Mehr bei US-israelischen Angriffen attackiert. Die Agentur veröffentlichte Bilder einer grauen Rauchwolke, die offenbar hinter einer Landebahn aufstieg.
Iranische Medien meldeten zudem Angriffe der USA und Israels auf ein Gebäude des Expertenrats, der einen Nachfolger des getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei wählen soll. Die "amerikanisch-zionistischen Verbrecher" hätten das Gebäude in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen, berichtete Tasnim. Örtliche Medien zeigten Aufnahmen des schwer beschädigten Gebäudes.
Unklar war zunächst, ob sich zum Zeitpunkt des Angriffs Menschen in dem Gebäude aufgehalten hatten. Angaben zu möglichen Opfern wurden nicht gemacht. Mehr berichtete, das Gebäude in Ghom sei nicht mehr für Sitzungen des Expertenrats genutzt worden. Laut Tasnim war der Hauptsitz des Expertenrats in der Hauptstadt Teheran bereits am Montag angegriffen worden.
Nach Chameneis Tod soll der Expertenrat schnell einen Nachfolger bestimmen. Das Gremium besteht aus 88 Juristen, die alle acht Jahre von den iranischen Bürgern gewählt werden. Der Expertenrat bestimmt den obersten Führer des Landes auf Lebenszeit.
Israel griff derweil nach Armeeangaben auch mehrere Produktionsstätten für ballistische Raketen im Iran an. Insbesondere im zentraliranischen Isfahan seien "dutzende Ziele" ins Visier genommen worden, darunter Abschussrampen und Lagerstätten, erklärte die israelische Armee.
Der Iran setzte seine Angriffe am Dienstag ebenfalls fort. Bei Attacken auf Israel wurden nach Angaben israelischer Rettungskräfte zwölf Menschen verletzt. Jerusalem wurde von mehreren Explosionen erschüttert, nach Angaben der israelischen Armee wurden Raketen aus dem Iran von Luftabwehrsystemen abgefangen. Daneben nahm Teheran wie bereits in den Vortagen auch die Golfregion ins Visier und griff US-Einrichtungen und weitere Ziele an.
Die US-Botschaft in Saudi-Arabien wurde mit Drohnen attackiert. Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait blieb "bis auf Weiteres" geschlossen, nachdem sie am Montag bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden war.
In Bahrains Hauptstadt Manama sowie der katarischen Hauptstadt Doha waren nach Angaben von AFP-Reportern mehrere Explosionen zu hören. Mehrere Angriffe auf den internationalen Flughafen von Doha wurden nach Angaben des katarischen Außenministeriums abgewehrt.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden bei Angriffen Rechenzentren des US-Technologieriesen Amazon beschädigt. Zwei Rechenzentren seien "direkt von Drohnen getroffen" worden, teilte das Unternehmen mit. In Bahrain sei zudem eine weitere Einrichtung des Konzerns durch einen "Drohnenangriff in unmittelbarer Nähe" beschädigt worden.
Die iranischen Revolutionsgarden drohten derweil mit weiteren massiven Angriffen. "Das Tor zur Hölle wird sich für die USA und Israel weiter und weiter öffnen", sagte Sprecher Ali Mohammad Naini. Ein Revolutionsgarden-General drohte damit, "alle Wirtschaftszentren in der Region" anzugreifen, sollten die Attacken auf den Iran anhalten. Der Iran-Krieg hat bereits jetzt zu einem deutlichen Anstieg des Ölpreises geführt.
Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurde unter anderem Irans oberster Führer Chamenei getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.
Sowohl die USA als auch der Iran erteilten Verhandlungen eine Absage. "Sie wollen reden", schrieb US-Präsident Donald Trump am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social. "Ich habe gesagt: 'Zu spät!'" Am Sonntag hatte Trump noch grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert. Irans einflussreicher Sicherheitsratschef Ali Laridschani hingegen hatte am Montag bereits jegliche Verhandlungen mit der US-Regierung abgelehnt.
Der US-israelische Krieg gegen den Iran ließ auch den Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren. Die vom Iran finanzierte Miliz, die im November 2024 einen Waffenstillstand mit Israel geschlossen hatte, begann in der Nacht zum Montag, Ziele im Norden Israels mit Raketen und Drohnen anzugreifen.
Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen und weitete seine Militäroffensive gegen die Hisbollah am Dienstag aus. Nach AFP-Informationen rückten israelische Soldaten in Grenzregionen im Südlibanon vor, Verteidigungsminister Israel Katz kündigte die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet an. Die israelische Luftwaffe flog weitere Angriffe auf Hisbollah-Hochburgen. Die Hisbollah gab ihrerseits weitere Angriffe auf Ziele in Israel bekannt.
W.AbuLaban--SF-PST