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250.000 fordern in München Machtwechsel im Iran - Schah-Sohn will Übergang anführen
Eine Viertelmillion Menschen für den Machtwechsel im Iran: In München haben nach Polizeiangaben rund 250.000 Demonstranten an einer Großkundgebung gegen die Führung der Islamischen Republik teilgenommen. Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, äußerte vor den Teilnehmern seinen Willen, den "Übergang" im Iran in eine "demokratische Zukunft" anführen zu wollen. Der in außenpolitischen Fragen einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sicherte dem iranischen Volk die Solidarität der USA zu.
"Ich bin hier, um den Übergang zu einer säkularen, demokratischen Zukunft zu gewährleisten", sagte der von seiner Frau Yasmine auf die Bühne begleitete Pahlavi vor der jubelnden Menschenmasse auf der Münchner Theresienwiese. "Ich bin entschlossen, für Sie der Anführer dieses Übergangs zu sein. Damit wir eines Tages die endgültige Chance haben, über das Schicksal unseres Landes durch einen demokratischen, transparenten Prozess an der Wahlurne zu entscheiden."
Die Menschen in westlichen Staaten rief Pahlavi auf, ihre Regierungen zu einem härteren Kurs gegenüber der iranischen Führung zu drängen - und von einer "vier Jahrzehnte langen Politik der Eindämmung und der Besänftigung" abzukommen. Ein Wechsel des politischen Systems im Iran würde "Frieden und Stabilität" mit sich bringen und sei "im besten wirtschaftlichen Interesse" der westlichen Welt.
Die Demonstration fand am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) statt, zu der Pahlavi in die bayerische Landeshauptstadt gereist war. Am Rande der MSC hatte der Sohn des 1979 gestürzten Schahs gesagt, die Iraner warteten ungeduldig auf Hilfe von außen. An US-Präsident Donald Trump gerichtet sagte der 65-Jährige, dieser solle sein Versprechen der "Hilfe" für die Irannerinnen und Iraner erfüllen.
Trump hatte im Januar während der Proteste gegen die islamische Republik im Iran unter anderem in seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, Hilfe sei "unterwegs" und an die Demonstrierenden appelliert, diese sollten ihre Institutionen übernehmen.
US-Senator Graham wiederholte am Samstag vor den Demonstranten die Aussage Trumps, dass Hilfe "unterwegs" sei. "Das ist ein Moment des Wandels", sagte der Republikaner weiter. Aus Teilen der Menge erklang daraufhin der Ruf "USA, USA".
Die Menschen versammelten sich bei Regen auf der Theresienwiese der bayerischen Landeshauptstadt. Pahlavi trat auf die Bühne, während zahlreiche Menschen "Lang lebe der König" riefen. Die Demonstration wurde von dem Verein The Munich Circle organisiert. Viele Demonstrationsteilnehmer hatten iranische Fahnen dabei, häufig waren auch Bilder von Pahlavi zu sehen.
Die Polizei hatte ihre Angaben zur Teilnehmerzahl im Verlauf des Tages mehrfach nach oben korrigiert - und sprach zuletzt von 250.000 Teilnehmern. Es handele sich somit um eine "der größten Kundgebungen der letzten Jahre" in München, "besonders hervorzuheben" sei die "friedliche Stimmung", erklärte die Polizei.
Vor Pahlavi hatten mehrere Redner auf der Kundgebung einen friedlichen, demokratischen Neuanfang im Iran gefordert und gesagt, die Verantwortlichen in Teheran müssten für ihre Taten gegen die eigene Bevölkerung verfolgt und bestraft werden. Parallel waren am Samstag auch Großdemos in Toronto und Los Angeles geplant. Auch gab es den Aufruf, weltweit gegen die iranische Führung zu demonstrieren. Im Iran hatte es um den Jahreswechsel Massenproteste gegeben, die gewaltsam niedergeschlagen wurden.
Trump droht der Führung in Teheran mit einem militärischen Angriff. Am Freitag bezeichnete der US-Präsident einen Machtwechsel im Iran als scheinbar "das Beste, was passieren könnte".
Trump hatte Ende Januar den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in die Golfregion geschickt, um angesichts der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste den Druck auf Teheran zu erhöhen. Am Freitag bestätigte der US-Präsident dann die geplante Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers, der "USS Gerald R. Ford", in den Nahen Osten. Dieser gilt als der größte Flugzeugträger der Welt.
Washington und Teheran hatten in der vergangenen Woche indirekte Gespräche über das iranische Atomprogramm begonnen. Israel fordert, auch das iranische Raketenprogramm in die Gespräche mit einzubeziehen. Am Donnerstag warnte Trump vor "sehr traumatischen" Konsequenzen, sollte der Iran kein neues Atomabkommen akzeptieren. In der kommenden Woche soll es in Genf eine weitere Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran dazu geben.
Bei den Protesten im Iran hatten einige Demonstrierende auch eine Rückkehr zur Monarchie gefordert. Die iranische Opposition ist gespalten, Teile davon kritisieren Pahlavi wegen seiner Unterstützung für Israel. Zudem distanzierte er sich nie von der autokratischen Herrschaft seines Vaters.
D.Khalil--SF-PST