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Israel: Elf Tote bei Einschlag von aus Libanon auf Golanhöhen abgefeuerter Rakete
Bei Beschuss aus dem Libanon auf die von Israel annektierten Golanhöhen ist eine Rakete am Samstag auf dem Fußballfeld eines Dorfes eingeschlagen und hat nach israelischen Angaben elf Kinder und junge Menschen im Alter zwischen zehn und 20 Jahren getötet. Die israelische Armee erklärte, die libanesische Hisbollah-Miliz habe das Geschoss auf den von Drusen bewohnten Ort Madschdal Schams abgefeuert. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, die Miliz werde "einen hohen Preis" für den Angriff bezahlen.
Nach israelischen Angaben waren am Samstag mehrere Orte in den Golanhöhen von aus dem Libanon abgefeuerten Raketen getroffen worden, darunter Madschdal Schams. "Hisbollah-Terroristen haben heute Kinder brutal angegriffen und ermordet, deren einziges Verbrechen es war, zum Fußballspielen rauszugehen. Sie sind nicht zurückgekehrt", erklärte der israelische Präsident Isaac Herzog. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurden neben den elf Todesopfern weitere 19 Menschen bei dem Raketeneinschlag verletzt.
Der Raketenbeschuss ereignete sich, nachdem im Südlibanon vier Hisbollah-Kämpfer bei einem israelischen Angriff getötet worden waren - woraufhin die vom Iran unterstützte Gruppe Vergeltungsattacken auf die Golanhöhen und Nordisrael ankündigte. Die Hisbollah wies eine Verantwortung für den Raketeneinschlag in Madschdal Schams indes zurück. "Der Islamische Widerstand hat keine Verbindung zu diesem Vorfall", gab die Hisbollah in Bezug auf ihren militärischen Flügel an.
Israel kündigte unterdessen eine gegen die Hisbollah gerichtete Antwort auf den Angriff an. "Israel wird diesen mörderischen Angriff nicht unbeantwortet lassen und die Hisbollah wird dafür einen hohen Preis zahlen, einen Preis, den sie noch nie zuvor gezahlt hat", sagte Regierungschef Netanjahu laut einer Erklärung seines Büros zu einem örtlichen Gemeindesprecher. Netanjahu werde "so schnell wie möglich" von seinem derzeitigen Besuch in den USA nach Israel zurückkehren.
"Wir werden uns auf eine Reaktion gegen die Hisbollah vorbereiten, wir werden unsere Auswertungen abschließen und wir werden handeln", erklärte Militärsprecher Daniel Hagari. Er sprach von dem Beschuss als "tödlichstem Angriff gegen israelische Zivilisten seit dem 7. Oktober". "Es geht um die drusische Gemeinschaft, um israelische Bürger (...) Wir werden die Bürger Israels und die drusische Gemeinschaft verteidigen", fuhr Hagari fort.
Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen, der durch den beispiellosen Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden war, feuert die mit der Hamas verbündete Hisbollah aus dem Libanon fast täglich Raketen auf den Norden Israels ab.
Die libanesische Regierung verurteilte "alle Akte der Gewalt und Aggression gegen Zivilisten". "Zivilisten anzugreifen ist ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und widerspricht den Grundsätzen der Menschlichkeit", hieß es.
Die israelische Armee erklärte, dass Hubschrauber, Krankenwagen und mobile Intensivstationen vor Ort in Madschdal Schams im Einsatz seien. "Wir kamen zu einem Fußballplatz und sahen Zerstörung und brennende Gegenstände. Verletzte lagen auf dem Rasen", zitierte Magen David Adom einen der Rettungssanitäter im Einsatz. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP sah, wie Sanitäter Verletzte auf Tragen fort von der Einschlagsstelle der Rakete zur Behandlung brachten.
Polizisten und Bombenentschärfungsexperten "sichern derzeit das Gebiet und suchen" nach Raketenüberresten, "um jede weitere Gefahr für die Öffentlichkeit auszuschließen", erklärte die israelische Polizei.
Vor dem Raketenbeschuss hatte es aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautet, dass vier Hisbollah-Kämpfer bei einem israelischen Angriff im südlibanesischen Dorf Kfar Kila getötet worden seien. Die Miliz bestätigte den Tod von vier ihrer Kämpfer und gab an, ein Dutzend Vergeltungsangriffe auf israelische Ziele verübt zu haben - insgesamt neun Angriffe innerhalb von zwei Stunden.
Die Lage an der Grenze zwischen Israel und Libanon schürt die Furcht vor einer Ausweitung des Kriegs im Gazastreifen auf den Libanon. Nach einer AFP-Zählung wurden bei Gefechten in dem Grenzgebiet seit Oktober auf libanesischer Seite mindestens 527 Menschen getötet. Auf der israelischen Seite der Grenze wurden nach Behördenangaben bislang mindestens 18 Soldaten und 24 Zivilisten getötet. Die Hisbollah sieht sich wie auch die Hamas als Teil der gegen Israel gerichteten und vom Iran unterstützten "Achse des Widerstands".
Der Krieg im Gazastreifen dauert mittlerweile seit mehr als neun Monaten an. Ausgelöst wurde er durch den beispiellosen Angriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober. Dabei wurden israelischen Angaben zufolge 1197 Menschen teils brutal getötet und mehr als 251 als Geiseln verschleppt. Israel geht seitdem militärisch massiv gegen Ziele im Gazastreifen vor. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden bislang mehr als 39.250 Menschen getötet.
M.Qasim--SF-PST