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Deutsche Kirchenvertreter würdigen verstorbenen Papst als "Menschenfreund"
Führende deutsche Kirchenvertreter haben den verstorbenen Papst Franziskus als eine Stimme der Menschlichkeit und Hoffnung gewürdigt. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing", bezeichnete den Verstorbenen am Montag als einen "Menschenfreund und Menschenfischer". Durch den Tod des 88-Jährigen verliere die Kirche "einen großen Papst, einen umsichtigen Hirten und einen mutigen Erneuerer des kirchlichen Auftrags", erklärte er weiter.
Die Vorsitzende des Rats der evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, bezeichnete Franziskus in einer ersten Reaktion auf dessen Tod als einen "geistlich von Hoffnung tief durchdrungenen Papst, der sich zugleich auf berührende Gesten verstand, um auf das Elend in der Welt aufmerksam zu machen". Franziskus sei "stets auf alle Menschen" zugegangen.
Die reformorientierte katholische Laienbewegung Wir sind Kirche verwies auf "ein Vermächtnis, das unsere Dankbarkeit verdient". Franziskus habe die römisch-katholische Kirche "grundlegender verändert, als viele erwartet haben". Mit der Beteiligung der Kirchenbasis an Synoden habe der Papst eine "kirchengeschichtliche Wende" eingeleitet, die "hoffentlich unumkehrbar" sei.
Papst Franziskus habe in der Kirche "starke Akzente gesetzt und neue Wege des Miteinanders eröffnet", teilte Bätzing weiter mit. "In tiefer Trauer verbeugen wir uns vor einem Papst, dem es ein Anliegen war, unter den Menschen zu sein und an die Ränder der Gesellschaft zu gehen." Auch er verwies zugleich innerkirchliche Reformansätze von Franziskus. Der von ihm angestoßene Weg einer synodalen Kirche sei "unumkehrbar", erklärte Bätzing.
"In der Stunde der Trauer und des Abschieds sind wir dankbar für einen Papst, der uns einen lebendigen Glauben vorgelebt und ein neues Bewusstsein für Barmherzigkeit – auch in der Kirche – vermittelt hat", führte der Bischof von Limburg und Vorsitzende der Bischofskonferenz am Montag in Bonn weiter aus. "Papst Franziskus hat als Brückenbauer Menschen zusammengeführt."
Nach Angaben des Vatikans starb Papst Franziskus am Ostermontag im Alter von 88 Jahren. Er war im Februar wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden, am Sonntag hatte er noch an der Ostermesse im Vatikan teilgenommen.
In einem am Montag veröffentlichten Nachruf auf den Verstorbenen verwies die Bischofskonferenz ebenfalls an dessen lebenslangen Einsatz für "Menschen am Rand der Gesellschaft", den er schon als Erzbischof von Buenos Aires "mutig" begonnen habe. "Er hinterlässt uns auch nach seinem Tod den Auftrag, es ihm gleich zu tun, denn eine Kirche, die sich 'aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit' hinter dicken Mauern verstecke, werde ihrer Sendung nicht gerecht", hieß es in dem Nachruf der Bischofskonferenz.
"Tief beeindruckend war seine menschliche Nahbarkeit und aufrichtige Bescheidenheit. Er ging stets auf alle Menschen zu. Das ließ ihn zum Segen werden", erklärte Fehrs im Namen der deutschen evangelischen Kirche. Er habe außerdem "die Staatengemeinschaft aus seiner christlichen Grundüberzeugung heraus immer wieder dazu aufgefordert, ihrer Verantwortung für die Welt gerecht zu werden". Auch habe er als "im Herzen konservativer Katholik" mit dem synodalen Prozess einen "entscheidenden ökumenischen Schritt initiiert".
"Der Heilige Vater war ein unermüdlicher Anwalt der Schwachen und der an den Rand Gedrängten", erklärte Kölns Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am Montag. Sein "ständiges waches Mahnen zu sozialer Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung" werden ebenso fehlen wie "seine Impulse zu einem synodalen Miteinander in der Kirche", füge der Kölner Erzbischof hinzu.
Q.Najjar--SF-PST