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Fußball-WM: Brauereien rechnen nicht mit Bier-Boom - Adidas erwartet Absatzrekord
Gut zwei Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanda, Mexiko und den USA rückt das Großereignis auch für die Wirtschaft näher: Der Sportartikelhersteller Adidas rechnet rund um die WM mit Absatzrekorden bei allen Produkten. Die deutschen Brauereien sehen sich "gut vorbereitet", erwarten aber keinen Bier-Boom.
Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni, das Finale findet am 19. Juli statt. Der Adidas-Konzern rechnet mit kräftigem Rückenwind durch die WM: "Ich erwarte, dass dies unsere weltweit größte WM aller Zeiten wird, was Trikot-, Ball- und Schuhverkäufe angeht", sagte Fußball-Chef Sam Handy dem "Handelsblatt". Der Konzern erwarte mehr als eine Milliarde Euro als direkten WM-Effekt.
Wie das "Handelsblatt" am Mittwoch weiter berichtete, erhofft sich auch der Sportfachhandel Impulse. "Unsere Erwartungen an die WM sind groß", sagte Intersport-Deutschlandchef Alexander von Preen der Zeitung. "Wir hoffen auf ein weiteres Sommermärchen." Das neue blaue Auswärtstrikot der deutschen Mannschaft sei sehr gefragt. "Es entwickelt sich zu einem richtigen modischen Accessoire." Bei der EM 2024 hätten die Intersport-Händler etwa 500.000 Trikots verkauft. "Wenn Deutschland weit kommt, können wir das übertreffen."
Die deutschen Brauereien blicken vorsichtig optimistisch auf die Weltmeisterschaft. Zwar könne die WM die Nachfrage im Sommer ankurbeln. "Allerdings zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass sportliche Großereignisse längst kein automatischer Absatzgarant mehr sind“, sagte eine Sprecherin des Brauer-Bundes der "Rheinischen Post" vom Mittwoch. Schon die Heim-EM 2024 habe nur begrenzte Effekte gebracht.
Entscheidend für den Absatz "bleiben deshalb die allgemeine Konsumstimmung sowie Faktoren wie Wetter und der sportliche Erfolg der deutschen Nationalmannschaft", sagte die Sprecherin weiter. Eine "Herausforderung" nannte sie die teils späten Anstoßzeiten.
Die Public-Viewing-Regeln während der WM begrüßte der Brauer-Bund: "Das schafft Planungssicherheit für Gastronomie, Veranstalter und Brauereien und ermöglicht Fans trotz Zeitverschiebung das gemeinsame Fußballerlebnis." Das Bundeskabinett hatte kürzlich die nötigen Ausnahmen von den normalerweise geltenden Lärmschutzregeln beschlossen. Damit können Städte und Gemeinden öffentliche Übertragungen von Spielen auch nach 22.00 Uhr ermöglichen.
O.Farraj--SF-PST