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Inspektion von Getreide-Frachter aus Odessa in der Türkei vorgenommen
Eine Expertengruppe hat am Mittwoch vor Istanbul das erste Schiff inspiziert, das seit Beginn des russischen Angriffskrieges aus der Ukraine mit einer Ladung Getreide auslaufen konnte. An der Inspektion des Frachters "Razoni" waren rund 20 Fachleute aus der Türkei, Russland, der Ukraine und von der UNO beteiligt, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte. Nach der Inspektion darf das Schiff demnach nun weiter zum libanesischen Hafen Tripoli fahren.
Wegen des russischen Angriffskrieges waren in den vergangenen Monaten alle Getreide-Exporte der Ukraine aus ihren Schwarzmeer-Häfen blockiert. Erst kürzlich einigten sich Russland, die Ukraine, die Türkei und die UNO auf ein Abkommen, um die Blockade zu überwinden, die zu einer Lebensmittelkrise weltweit beigetragen hatte. Teil der Einigung ist es, die Schiffe zu inspizieren, insbesondere um Waffenlieferungen auszuschließen.
Die "Razoni" war am Montagmorgen mit 26.000 Tonnen Mais an Bord vom ukrainischen Hafen Odessa gestartet. Am Dienstag erreichte es die Einfahrt zum Bosporus nördlich von Istanbul. Künftig sollen weitere Schiffe folgen. "Unser Ziel ist jetzt die Kontinuität", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Dienstagabend.
In den ukrainischen Häfen sind infolge des Kriegs bis zu 25 Millionen Tonnen Getreide blockiert. Die Ukraine und Russland gehören zu den weltweit größten Getreideproduzenten. Vor Beginn des Krieges lieferten beide Länder zusammen etwa 30 Prozent des weltweit gehandelten Weizens. Die Exportblockade traf insbesondere arme Länder, die stark von Importen aus Russland und der Ukraine abhängig sind.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges ist zwar bereits Getreide aus der Kriegsregion exportiert worden, allerdings aus Berdjansk im Südosten der Ukraine am Asowschen Meer, einem von Russland besetzten Gebiet.
Q.Najjar--SF-PST