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Nach langem Streit: Australien mit Türkei als Ort der UN-Klimakonferenz 2026 einverstanden
Antalya, nicht Adelaide: Im seit Monaten geführten Streit um den Ausrichtungsort der nächsten UN-Klimakonferenz (COP31) hat Australien der Türkei den Vortritt gelassen. Australien ist einverstanden, dass die Konferenz im kommenden Jahr in der Türkei stattfindet, wie der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte. Diskutiert wird nach Angaben aus Verhandlungskreisen aber noch darüber, die COP31-Präsidentschaft zwischen den beiden Ländern im Vorfeld und während der Konferenz aufzuteilen.
Streit um die Ausrichtung der Weltklimakonferenzen hat es schon in der Vergangenheit gegeben, allerdings nie so langwierig wie dieses Mal.
Die UN-Klimakonferenzen werden turnusmäßig von fünf regionalen Blöcken organisiert. Diese müssen das Gastgeberland jeweils einstimmig auswählen. Turnusgemäß ist im kommenden Jahr die Gruppe der westeuropäischen und anderer westlicher Staaten an der Reihe. Dazu gehören zwei Dutzend Länder, die meisten in Europa. Aber auch die Türkei, Australien, Kanada und einige weitere Staaten zählen dazu.
Umwelt-Staatssekretär Flasbarth, der die Sitzung der Gruppe in Belém leitete, sagte AFP, es gebe in der Gruppe keine grundsätzlichen Bedenken gegen diesen Kompromiss. Es sei "außergewöhnlich, dass zwei Länder von sehr unterschiedlichen Enden der Erde, die aber in einer Gruppe sind, eine Einigung erzielen", hob er hervor.
Flasbarth sprach von einer "innovativen" Lösung. Und weil sie so ungewöhnlich sei, bräuchten die Mitglieder der Gruppe noch mehr Informationen, was genau sie beinhalte. Wenn diese Informationen schriftlich vorlägen, werde er ein weiteres Treffen einberufen - "und dann werden wir sehr schnell entscheiden", fügte Flasbarth hinzu.
Der australische Klimaminister Chris Bowen erklärte, sein Land habe eine Lösung erreichen wollen, "die für Australien, den Pazifikraum und auch den multilateralen Prozess funktioniert". "Wir werden sehr bald mehr dazu sagen", fügte er hinzu.
Australien hatte bei der Bewerbung für die Ausrichtung der Weltklimakonferenz auch damit argumentiert, dass es auf Folgen des Klimawandels im Pazifik und in den dortigen besonders anfälligen kleinen Inselstaaten aufmerksam machen wolle. Aus Verhandlungskreisen verlautete am Mittwochabend, dass dem Kompromiss zufolge die Konferenz zur Vorbereitung der nächsten Weltklimakonferenz, die sogenannte Pre-COP, "von den pazifischen Inselstaaten ausgerichtet" werde.
Die Entscheidung über den nächsten Ausrichtungsort der COP31 muss bis Freitag gefällt sein. Die Türkei will die Konferenz mit zehntausenden Teilnehmern im Badeort Antalya abhalten. Hätten sich die Türkei und Australien nicht einigen können, hätte die COP31 automatisch in Bonn stattgefunden, dem Sitz des UN-Klimasekretariats. Diese Lösung wegen eines fehlenden Konsenses wäre ein beispielloser Vorgang gewesen.
Der australische Regierungschef Anthony Albanese hatte am Dienstag erkennen lassen, dass er dies vermeiden will. "Das wird kein gutes Signal senden über die Einigung, die es braucht, damit die Welt beim Klima handelt", sagte er am Dienstag.
Am Tag zuvor hatte er einen türkischen Vorschlag zur gemeinsamen Präsidentschaft der COP31 allerdings abgelehnt, da dies im Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen nicht vorgesehen sei. Australien hatte die COP31 in Adelaide im Süden des Landes ausrichten wollen.
Für die COP32 im Jahr 2027 steht die Entscheidung schon fest: Die afrikanischen Staaten einigten sich auf Äthiopien als Gastgeberland.
V.AbuAwwad--SF-PST