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Makkabi-Präsident kritisiert Bayern scharf: "Indiskutabel"
Der Präsident von Makkabi Deutschland hat scharfe Kritik an Bayern München für den Umgang mit dem Pro-Palästina-Post von Abwehrspieler Noussair Mazraoui geübt. Die Reaktion des deutschen Rekordmeisters sei "für jeden, der unsere Gesellschaft auch nur annähernd respektiert, absolut indiskutabel und inakzeptabel", sagte Alon Meyer im Aktuellen Sportstudio des ZDF.
Nach Ansicht von Meyer spiegelt Mazraouis Post Antisemitismus. "Wenn man einseitig Position bezieht und den Palästinensern den Sieg wünscht - den Sieg über was? - ist das absoluter Antisemitismus. Es ist ein Angriff auf unseren Wertekanon", sagte der Chef des Dachverbands jüdischer Sportvereine, in dem etwa 6500 Mitglieder in 40 jüdischen Vereinen aktiv sind.
Bayern-Profi Mazraoui hatte auf Instagram unter anderem einen Post geteilt, in dem es hieß, die "unterdrückten Brüder in Palästina" sollten im Konflikt mit Israel "den Sieg erringen". Nach einem "ausführlichen und klärenden Gespräch" sah der FC Bayern von Konsequenzen für den Marokkaner ab und betonte in einer Mitteilung am Freitag, Mazraoui verurteile "jede Art des Terrorismus und jede Terrororganisation".
Meyer bezeichnete diese Mitteilung als unzureichend. "In keinem Wort ist das Massaker erwähnt oder Beileid bekundet. In keinem Wort ist der Staat Israel erwähnt. Klar, weil man diesen vielleicht - anscheinend - gar nicht anerkennt. In keinem Wort ist dort, und das ist das Entscheidende, von Entschuldigung die Rede. Und als Viertes ist die Hamas nicht verurteilt", so Meyer: "Wer ist schließlich nicht gegen Terrorismus und Terrororganisationen? Das sind 100 Prozent der Menschen."
Meyer vermutet zudem, dass die Bayern sich auch wegen der vielen Verletzten in der Abwehr gegen eine Freistellung von Mazraoui entschieden: "Wenn er der Spieler Nummer 19 gewesen wäre, der bisher noch keinen Einsatz hatte - vielleicht wäre die Entscheidung dann rigoroser gefallen." Schlusslicht Mainz 05 habe dagegen "Zivilcourage" gezeigt, als es Angreifer Anwar El Ghazi in einem ähnlichen Fall freigestellt hatte.
Bayern-Trainer Tomas Tuchel hatte am Samstag nach dem Spiel in Mainz (3:1) erklärt, die beiden Fälle seien nicht vergleichbar. "Wir müssen uns hüten, pauschal zu verurteilen. Wir hatten gute Gründe, so zu handeln, wie es für uns richtig erschien. Er hat Reue gezeigt, sonst wäre die Entscheidung so nicht möglich gewesen", sagte Tuchel im ZDF.
Meyer sieht dies anders. "Wenn der FC Bayern es nicht schafft, ein Zeichen zu setzen, dann ist das sehr traurig. Da kann er noch so viel Gutes auf der anderen Seite tun - mit solchen Posts ist der Schaden für den FC Bayern, für die Bundesliga, für unsere Gesellschaft enorm."
K.Hassan--SF-PST