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Washington erwartet Antwort Teherans auf US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges
Nach dem jüngsten Wiederaufflammen der Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran herrscht weiter Ungewissheit über eine mögliche Friedenslösung. Washington warte auf eine Antwort Teherans auf den jüngsten US-Vorschlag für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs, erklärten US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi äußerte am Samstag Zweifel an der Ernsthaftigkeit der US-Diplomatie.
"Ich erhalte angeblich heute Abend einen Brief, also werden wir sehen, wie das läuft", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) vor dem Weißen Haus zu Journalisten. Zuvor hatte bereits Rubio erklärt, Washington erwarte für den Freitag eine iranische Reaktion auf den Vorschlag. "Ich hoffe wirklich, dass es ein ernsthaftes Angebot ist", sagte Rubio dazu bei einem Besuch in Rom.
Die iranische Regierung prüft derweil eigenen Angaben zufolge den neuen Verhandlungsvorschlag der USA. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, erklärte, Teheran werde seinen Standpunkt dem Vermittler Pakistan "nach Abschluss seiner Beratungen" übermitteln.
Medienberichten zufolge liegt bislang ein einseitiges Memorandum aus Washington vor, auf dessen Grundlage über eine umfassende Friedenslösung weiter verhandelt werden soll. Als Bedingung für eine Einigung nannte Trump den Verzicht der Islamischen Republik auf Atomwaffen.
Laut dem Nachrichtenportal Axios sieht die Vereinbarung vor, dass sich der Iran zu einem Moratorium für die Urananreicherung verpflichtet und die USA im Gegenzug eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freigeben. Dem Bericht zufolge setzte Trump dem Iran eine 48-stündige Frist zur Einigung auf die Kernpunkte.
Araghtschi sagte am Samstag laut der Nachrichtenagentur Isna bei einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Hakan Fidan: "Die jüngste Eskalation der Spannungen durch die amerikanischen Streitkräfte und ihre mehrfachen Verstöße gegen die Waffenruhe bestärken den Verdacht hinsichtlich der Motivation und des Ernstes der amerikanischen Seite auf dem Weg der Diplomatie."
Der katarische Regierungschef Mohammed bin Abdelrahman Al-Thani forderte bei einem Treffen mit US-Vizepräsident JD Vance in Washington eine Wiederbelebung der diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs. Al-Thani habe bei dem Treffen betont, dass sich "alle Parteien an den laufenden Vermittlungsbemühungen beteiligen müssen, um den Weg zu ebnen für die Bekämpfung der Ursachen der Krise durch friedliche Mittel und Dialog", teilte das katarische Außenministerium am Freitag im Onlinedienst X mit.
Ziel sei ein "umfassendes Abkommen, das dauerhaften Frieden in der Region gewährleistet", sagte al-Thani dem Ministerium zufolge. Bei dem Gespräch ging es demnach auch um die Vermittlungsbemühungen Pakistans in dem Konflikt. An der ersten Verhandlungsrunde in Islamabad hatte neben den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner auch Vance teilgenommen. Die Gespräche waren ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
In der Region gilt derzeit offiziell eine Waffenruhe. Ungeachtet dessen wurden auch am Freitag wieder Kampfhandlungen gemeldet. Das für die Golfregion zuständige US-Zentralkommando (Centcom) erklärte, die US-Streitkräfte hätten zwei unter iranischer Flagge fahrende Tanker außer Gefecht gesetzt, die die US-Teilblockade der Straße von Hormus durchbrechen wollten. Die iranische Marine habe auf den "amerikanischen Terrorismus" geantwortet, sagte ein iranischer Militärverantwortlicher laut örtlichen Medien. Die "Zusammenstöße" seien nun beendet.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Vor allem Energieinfrastruktur wurde dabei schwer beschädigt.
Am Freitag veröffentlichte die Organisation Conflict and Environment Observatory (Ceobs) Satellitenbilder, die im Persischen Golf vor der iranischen Insel Charg einen Ölteppich zeigen. Nach Angaben der Organisation mit Sitz in Großbritannien handelt es sich um einen der größten Ölteppiche, die seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Golf entdeckt wurden.
Die im Norden des Persischen Golfs gelegene Insel Charg ist der wichtigste iranische Ölterminal, über den normalerweise 90 Prozent des Rohöls aus dem Land umgeschlagen werden. Ende März hatte Trump gedroht, die Insel zu "vernichten", sollte der Iran die Straße von Hormus nicht wieder für den Schiffsverkehr freigeben. Infolge der Blockade der Meerenge sitzen derzeit hunderte Handelsschiffe, darunter auch Öltanker, im Golf fest.
G.AbuGhazaleh--SF-PST