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Erneute Angriffe und stockende Verhandlungen im Iran-Krieg - US-Armee beschießt Tanker
Während die Verhandlungsbemühungen über ein Ende des Iran-Kriegs stocken, sind die Hoffnungen auf eine Vereinbarung durch neue Kampfhandlungen in der Straße von Hormus weiter gedämpft worden: Die US-Armee machte eigenen Angaben zufolge am Freitag zwei unter iranischer Flagge fahrende Frachter manövrierunfähig, während die iranische Nachrichtenagentur Fars "sporadische Kämpfe mit amerikanischen Schiffen" meldete. Bereits in der Nacht hatte es Gefechte in der umkämpften Meerenge Straße von Hormus gegeben.
Das für die Golfregion zuständige US-Zentralkommando (Centcom) erklärte im Onlinedienst X, die beiden iranischen Frachtschiffe seien von US-Kampfflugzeugen mit "Präzisionsmunition" angegriffen worden. Die Schiffe "Sea Star III" und "Sevda" hätten versucht, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen.
In der Nacht zum Freitag war es bereits zu verschärften Gefechten gekommen: Bei einem US-Angriff auf ein iranisches Frachtschiff seien dabei mindestens zehn Seeleute verletzt worden, während fünf weitere noch vermisst würden, meldete die iranische Nachrichtenagentur Mehr.
Centcom hatte zuvor erklärt, der Iran habe in der Nacht drei US-Kriegsschiffe mit Raketen, Drohnen und Booten attackiert. Keines der Schiffe sei getroffen worden. Die US-Streitkräfte hätten daraufhin "Selbstverteidigungsschläge" ausgeführt.
Die iranische Armee warf den USA wiederum einen Verstoß gegen die Feuerpause und Attacken auf zivile Gebiete vor. Die USA hätten einen iranischen Tanker ins Visier genommen, der sich in Richtung der Straße von Hormus bewegt habe. Bei den US-Angriffen seien mehrere Städte auf der iranischen Seite der Meerenge ebenso getroffen worden wie die Insel Keschm.
Die US-Angriffe in der Nacht zum Freitag seien "ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und ein Bruch des Waffenstillstands", kritisierte Teherans Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei, wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete.
Trotz der jüngsten Angriffe sah US-Präsident Trump die Waffenruhe seines Landes mit dem Iran weiterhin in Kraft. Auf eine Journalistenfrage, ob die Feuerpause noch gelte, antwortete er am Donnerstag: "Ja." In seinem Onlinedienst Truth Social drohte Trump dem Iran zugleich mit weiteren Angriffen, sollte nicht bald ein Abkommen geschlossen werden.
Zuletzt hatte Trump eine baldige Einigung mit Teheran in Aussicht gestellt. Die iranische Regierung prüfte nach Angaben vom Donnerstag einen neuen Verhandlungsvorschlag der USA. Irans Außenamtssprecher Bakaei erklärte, Teheran werde seinen Standpunkt dem Vermittler Pakistan "nach Abschluss seiner Beratungen" übermitteln.
US-Außenminister Marco Rubio sagte, Washington erwarte für den Freitag eine iranische Reaktion auf den Vorschlag. "Ich hoffe wirklich, dass es ein ernsthaftes Angebot ist", sagte er bei einem Besuch in Rom. Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif hatte sich vor den jüngsten Angriffen "zuversichtlich" gezeigt, dass die Dynamik in den Verhandlungen zu einem dauerhaften Frieden führen könne.
Als Bedingung für eine Einigung nannte Trump den Verzicht der Islamischen Republik auf Atomwaffen. Laut Medienberichten liegt bislang ein einseitiges Memorandum aus Washington vor, auf dessen Grundlage über eine umfassende Friedenslösung weiter verhandelt werden soll. Dem US-Sender CNN zufolge wird in dem Memorandum ein Ende des Konflikts erklärt und eine 30-tägige Frist in Gang gesetzt. Währenddessen sollen nukleare Forderungen geklärt, iranische Vermögenswerte freigegeben und Sicherheitsfragen in der Straße von Hormus verhandelt werden.
Laut dem Nachrichtenportal Axios sieht die Vereinbarung vor, dass sich der Iran zu einem Moratorium für die Urananreicherung verpflichtet und die USA im Gegenzug eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freigeben. Dem Bericht zufolge setzte Trump dem Iran eine 48-stündige Frist zur Einigung auf die Kernpunkte. Der US-Präsident bestätigte dies nicht.
Die Straße von Hormus war zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar von den iranischen Streitkräften weitgehend gesperrt worden. In der Folge schossen die Energiepreise weltweit in die Höhe. Seit April gilt in der Region eine Waffenruhe - die allerdings durch den sich wieder verschärfenden Konflikt um die für den Welthandel immens wichtigen Meerenge bedroht ist.
Derweil registrierten die Vereinigten Arabischen Emirate einen neuen iranischen Raketen- und Drohnenangriff. Drei Menschen seien dadurch verletzt worden, erklärte das emiratische Verteidigungsministerium am Freitag im Onlinedienst X.
Die Emirate hatten in dieser Woche mehrere Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran verzeichnet - die ersten seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe im vergangenen Monat. Der Iran bestritt, für die Angriffe auf die Emirate verantwortlich zu sein.
Aus Saudi-Arabien wurde derweil publik, dass den USA eine Nutzung des saudiarabischen Luftraums und dessen Militärstützpunkte für Einsätze zur Sicherung der Straße von Hormus fortan untersagt werde. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus informierten saudiarabischen Kreisen. Für andere Zwecke könne Washington jedoch weiterhin den saudiarabischen Luftraum sowie die Stützpunkte nutzen.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Vor allem Energieinfrastruktur wurde dabei schwer beschädigt.
E.Aziz--SF-PST