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Iran beschlagnahmt nach Verlängerung der Waffenruhe zwei Schiffe in Straße von Hormus
Kurz nach der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Teheran und Washington durch US-Präsident Donald Trump haben die Revolutionsgarden eigenen Angaben zufolge in der Straße von Hormus zwei Schiffe beschlagnahmt. Die Schiffe hätten "gegen die Vorschriften verstoßen", erklärten die Revolutionsgarden am Mittwoch. Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) meldete ihrerseits, dass zwei Schiffe beschossen worden seien. Medien berichteten indes, Trump halte eine zweite Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Kriegs in den kommenden drei Tagen für möglich.
"Die Marine des Korps der Islamischen Revolutionsgarden hat heute Morgen zwei Schiffe identifiziert und angehalten, die gegen die Vorschriften verstoßen haben", hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden. Die beiden Schiffe "wurden von den Seestreitkräften des IRGC beschlagnahmt und an die iranische Küste gelotst".
Der aus Israel stammende Frachter "MSC Francesca" unter panamaischer Flagge und das Schiff "Epaminondas" unter liberianischer Flagge hätten versucht, die Straße von Hormus zu passieren. Teheran verlangt, dass Schiffe für die Durchquerung zuvor eine Genehmigung einholen.
Die für den weltweiten Ölhandel strategisch wichtige Straße von Hormus wird seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar durch Teheran weitestgehend blockiert. Die USA blockieren ihrerseits iranische Häfen und lassen dort keine Schiffe ein- und auslaufen. Die Meerenge ist ein zentrales Streitthema der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges.
Die britische Behörde UKMTO gab bekannt, dass ein Containerschiff vor der Küste des Omans "ohne vorherige Funkwarnung von einem Kanonenboot der Streitkräfte der iranischen Revolutionsgarden" beschossen worden sei. Das Schiff habe "schwere Schäden" erlitten, die Besatzung sei jedoch "unversehrt".
Nach Angaben der Sicherheitsfirma Vanguard Tech handelt es sich um ein unter liberianischer Flagge fahrendes Schiff, "dem die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt worden war". Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete jedoch, das Schiff habe "Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert".
Ein weiteres Frachtschiff, das aus einem iranischen Hafen ausgelaufen war, wurde laut UKMTO ebenfalls beschossen. Durch wen dabei geschossen wurde, war zunächst nicht bekannt. Das Schiff sei nicht beschädigt worden und die Besatzung sei in Sicherheit, hieß es.
Vanguard Tech zufolge handelt es sich um den Frachter "Euphoria", der unter der Flagge Panamas fährt. Der Plattform Marine Traffic zufolge hatte die "Euphoria" die Straße später bereits verlassen und war auf dem Weg nach Saudi-Arabien.
Laut Marine Traffic werden die "Epaminondas" und die "MSC Francesca" von der in der Schweiz ansässigen Reederei MSC betrieben. Beide Schiffe saßen demnach seit Beginn des Konflikts im Persischen Golf fest,
Trump hatte am Dienstag die zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg kurz vor deren Auslaufen vorerst verlängert. Dies gelte so lange, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und "die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden".
Der Vermittler Pakistan habe ihn angesichts der "zersplitterten" iranischen Führung um eine Verlängerung der eigentlich nur bis Mittwoch dauernden Waffenruhe gebeten, fügte Trump hinzu. Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif bedankte sich daraufhin für die Verlängerung der Waffenruhe und forderte beide Seiten auf, die Gespräche fortzusetzen.
Der Iran bestätigte eine Verlängerung der Waffenruhe zunächst nicht. Außenministeriumssprecher Esmail Baghai erklärte am Mittwoch lediglich, er begrüße "die Bemühungen Pakistans, den Krieg zu beenden". Der Iran werde die "nötigen Maßnahmen für die Sicherheit des Landes" treffen.
Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf schloss indes eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus aus, solange die USA iranische Häfen weiter blockieren. "Eine Waffenruhe macht keinen Sinn, wenn durch eine Seeblockade gegen sie verstoßen wird", schrieb Ghalibaf auf X.
Der "New York Post" zufolge teilte Trump mit, er halte eine zweite Gesprächsrunde zwischen den Konfliktparteien in den kommenden drei Tagen für möglich. "Es ist möglich", teilte Trump der Zeitung demnach am Mittwoch in einer Textnachricht mit. Er antwortete dabei den Angaben zufolge auf die Frage, ob Gespräche in den nächsten "36 bis 72 Stunden in Islamabad" - also bis Freitag - erwartet würden.
Vor eineinhalb Wochen waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans über ein mögliches Ende des Iran-Krieges ergebnislos geblieben. Beide Seiten warfen sich unter anderem vor, gegen die am 8. April in Kraft getretene Feuerpause verstoßen zu haben.
Neben der Blockade der Straße von Hormus ist die iranische Urananreicherung ein zentraler Streitpunkt zwischen Washington und Teheran. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies.
J.AbuShaban--SF-PST