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Einen Tag vor Auslaufen der Waffenruhe im Iran-Krieg Zweifel an neuen Verhandlungen
Einen Tag vor Auslaufen des zweiwöchigen Waffenruheabkommens zwischen den USA und dem Iran wachsen Zweifel an neuen Verhandlungen über ein endgültiges Ende der Kämpfe. Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Dienstag, "weder eine Haupt- noch eine Nebendelegation" seien bislang ins Verhandlungsland Pakistan aufgebrochen. Beide Seiten überzogen sich zudem erneut mit Drohungen. US-Präsident Donald Trump erklärte, ohne neue Verhandlungen werde die Feuerpause "Mittwochabend, US-amerikanische Zeit" enden.
Im iranischen Staatsfernsehen hieß es, Berichte über eine Abreise einer Delegation aus Teheran zu Gesprächen mit US-Vertretern in Islamabad seien falsch. Eine Teilnahme an den möglichen Verhandlungen hänge von der "Änderung des Verhaltens und der Position der Amerikaner" ab, zitierte das Fernsehen ungenannte iranische Vertreter. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) rief den Iran "dringend" dazu auf, "konstruktiv" mit den USA zu verhandeln.
Der iranische Chefunterhändler, Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf, hatte zuvor im Onlinedienst X erklärt, im Falle einer Wiederaufnahme des Iran-Krieges stünden Teheran "neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld" zur Verfügung. Die Islamische Republik habe sich "in den vergangenen zwei Wochen" darauf vorbereitet, diese "auszuspielen". Ghalibaf bekräftigte zudem, Teheran akzeptiere "keine Verhandlungen im Schatten von Drohungen".
US-Präsident Trump nannte eine Verlängerung der Waffenruhe "höchst unwahrscheinlich". Zuvor hatte es in Washington geheißen, eine US-Delegation unter der Leitung von Vizepräsident JD Vance solle "bald" in Islamabad eintreffen. Vorerst gab es dafür aber keine offizielle Bestätigung.
Trump drohte dem Iran erneut mit massiven Angriffen. Sollten die US-Forderungen bis zum Ende der Waffenruhe nicht erfüllt werden, "werden viele Bomben explodieren", sagte er dem Sender PBS. Zudem würden die USA die Blockade iranischer Häfen nur im Falle eines "Deals" mit dem Iran aufheben, schrieb Trump in Onlinediensten.
Vor etwas mehr als einer Woche waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan ergebnislos geblieben. Beide Seiten warfen sich unter anderem vor, gegen die am 8. April in Kraft getretene Feuerpause verstoßen zu haben. Zudem ist die Blockade der Straße von Hormus ein Streitthema.
Weiterer Streitpunkt zwischen Washington und Teheran ist die Urananreicherung, die Iran nicht aus der Hand geben will. Trump kündigte einen langwierigen Prozess an, um Uran aus dem Iran herauszuholen. Die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im Juni des vergangenen Jahres hätten eine "komplette und totale Auslöschung" der Atomanlagen zur Folge gehabt, erklärte er. "Daher wird es ein langer und schwieriger Prozess sein, das wieder auszugraben", fügte er mit Blick auf das Uran hinzu. Trump will dieses nach einem Friedensabkommen mit dem Iran in die USA bringen.
Der Iran hatte eine angebliche Bereitschaft zur Übergabe seines angereicherten Urans im Rahmen der Verhandlungen mit den USA am Freitag allerdings dementiert. "Irans angereichertes Uran wird nirgendwohin transferiert", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei.
Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben. Trump hatte den Ende Februar begonnenen Krieg gegen den Iran unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit "bald" sogar die USA angreifen.
N.Awad--SF-PST