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Mindestens 19 Tote durch massive russischen Angriffe auf die Ukraine
Bei massiven russischen Luftangriffen auf die Ukraine in der Nacht sind mindestens 19 Menschen getötet worden. 659 Drohnen und 44 Raketen seien in den vergangenen 24 Stunden auf die Ukraine abgefeuert worden, erklärte die ukrainische Armee am Donnerstag. Bei den Attacken auf Kiew und weitere Regionen wurden Behörden zufolge zudem mehr als hundert Menschen verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte derweil die Lockerung von gegen Russland verhängten US-Sanktionen infolge des gestiegenen Ölpreises.
Die ukrainische Luftabwehr gab an, binnen 24 Stunden 31 der 44 registrierten russischen Raketen abgefangen zu haben. Von den 659 Drohnen konnten demnach 636 zerstört werden. Am schlimmsten getroffen wurde die südliche Hafenstadt Odessa, wo neun Menschen getötet wurden. 23 weitere Menschen seien in Odessa verletzt worden, erklärte der Chef der dortigen Militärverwaltung, Serhij Lysak.
"Ich hörte Schreie, und wir rannten davon. Ich habe versucht, aus der Wohnung zu springen, um mich in Sicherheit zu bringen", sagte Tetjana, eine Einwohnerin der Stadt, der Nachrichtenagentur AFP. Ihr Nachbar Roman verlor bei dem Angriff seinen Sohn und seine Schwiegertochter.
In Kiew hörten AFP-Journalisten in der Nacht laute Explosionen und sahen am Morgen Rauch über der Stadt aufsteigen. Mindestens vier Menschen seien getötet worden, darunter ein Zwölfjähriger, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram mit. Zudem seien allein in der Hauptstadtregion mindestens 62 Menschen verletzt worden.
Die russische Armee griff in der Nacht zum Donnerstag auch die Region Dnipropetrowsk an. Dabei wurden nach Angaben von Gouverneur Oleksandr Hanscha fünf Menschen getötet. In der östlichen Region Charkiw starb Behördenangaben zufolge ein Mensch.
Selenskyj erklärte nach den Angriffen am Donnerstag, dass Russland keine Aufhebung von Sanktionen und kein "politisches Nachlassen" verdiene. "Russland setzt weiter auf Krieg", fügte Selenskyj hinzu. Im Zuge des Iran-Kriegs und des in der Folge gestiegenen Ölpreises hatten die USA einige Sanktionen gegen Russland gelockert. Der Internationalen Energieagentur zufolge konnte Moskau seine Einnahmen dadurch vorübergehend deutlich steigern.
EU-Ratspräsident Antonio Costa verurteilte die "schrecklichen" Angriffe der russischen Luftwaffe. "Russland muss diesen Terrorkrieg beenden", forderte Costa im Onlinedienst X. Die russische Armee ihrerseits erklärte, sie habe "massive Angriffe" auf ukrainische militärische Ziele und die Energieinfrastruktur ausgeführt.
Bei einem ukrainischen Gegenangriff in der südrussischen Region Krasnodar wurden nach Angaben der örtlichen Behörden ein 14-jähriges Mädchen und eine junge Frau getötet. Die russische Armee erklärte, sie habe im Süden und Westen des Landes 207 ukrainische Drohnen abgefangen.
Russland greift die Ukraine fast jede Nacht mit hunderten Drohnen an. Zuletzt hatte es anlässlich des orthodoxen Osterfests eine 32-stündige Feuerpause gegeben - beide Seiten warfen sich allerdings zahlreiche Verstöße vor.
Seit Beginn des Kriegs vor mehr als vier Jahren sind nach Angaben der EU-Kommission mehr als 5000 Patienten aus der Ukraine zur Behandlung in europäische Krankenhäuser gebracht worden. Die Kommission habe im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens "die sichere Verlegung von mehr 5000 Patientinnen und Patienten aus der Ukraine in Krankenhäuser in 22 Ländern in ganz Europa für spezialisierte medizinische Behandlungen ermöglicht", hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung in Brüssel.
Zuletzt wurden demnach am Mittwoch Patienten nach Deutschland, Finnland, Norwegen und in die Niederlanden ausgeflogen.
S.Barghouti--SF-PST