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Trauer um Country-Ikone Dolly Parton eint Menschen in den USA
Sie war nicht nur eine über Jahrzehnte erfolgreiche Sängerin und Song-Schreiberin, sondern auch Integrationsfigur und Vorbild: Nach dem Tod von Country-Ikone Dolly Parton im Alter von 80 Jahren sind die rivalisierenden politischen Lager in den USA und Millionen Fans in aller Welt in ihrer Trauer um die Musikerin vereint. Die Flaggen in den Vereinigten Staaten wehten am Mittwoch auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump auf Halbmast.
Partons Familie hatte den Tod der 80-Jährigen am Dienstag in einer Video-Botschaft verkündet. Ihr Neffe Bryan Seaver sagte darin, seine als "Königin der Countrymusik" bekannte Tante habe nicht nur für zahlreiche Musikerinnen und Musiker, sondern für "Träumerinnen und Träumer aus allen Lebensbereichen" Türen geöffnet.
Wie ihr Verwandter Brent Allen der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, starb die 80-Jährige nach einer kurzen Krebserkrankung. Laut dem "People"-Magazin war sie erst am Freitag in eine Krebsklinik eingeliefert worden.
Die Nachricht von Partons Tod verbreitete sich in den USA in Windeseile und ließ das tief gespaltene Land für einen Moment innehalten. Präsident Trump nannte Parton "eine der größten Countrysängerinnen aller Zeiten" und ordnete für eine Woche Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden an. Die Spitze des Empire State Building in New York erstrahlte zu ihren Ehren am Abend in pink.
Auch Politiker der Demokraten wie die früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama würdigten die Sängerin, die sich unter anderem als Wohltäterin und Unterstützerin der LGBTQ-Gemeinschaft einen Namen gemacht hatte. Der demokratische Ex-Präsident Joe Biden erklärte, Parton habe "jeden mit Freundlichkeit und Respekt behandelt".
In Partons Heimatstadt Sevierville im US-Bundesstaat Tennessee versammelten sich zahlreiche Trauernde vor einer Statue der Sängerin und legten Blumen nieder. "Wir haben sie immer als unsere heilige Schutzpatronin von Tennessee betrachtet", sagte die 43-jährige Callie Konane Richards.
Als viertes von zwölf Kindern einer armen Familie im ländlichen Sevierville war Dolly Rebecca Parton der Erfolg nicht in die Wiege gelegt worden. Doch bereits im Alter von zehn Jahren schrieb sie erste Songs und gab mit 13 Jahren ihr erstes Konzert. Nach ihrem Highschool-Abschluss zog Parton nach Nashville, in die Hauptstadt der Country-Musik. Dort machte sie rasch Karriere und gehörte dank ihrer Teilnahme an einer Fernsehshow im Alter von 21 Jahren bereits zu den bekanntesten Persönlichkeiten der US-Musikszene.
Sie schrieb rund 3000 Songs, darunter zeitlose Country-Klassiker wie "Jolene" und die Ballade "I Will Always Love You", die in der Version von Whitney Houston zu einem der erfolgreichsten Hits aller Zeiten wurde. Im Laufe ihrer über 60-jährigen Karriere veröffentlichte die Sängerin fast 50 Studioalben und verkaufte mehr als 100 Millionen Platten. Parton stand häufiger an der Spitze der Charts als jede andere Countrymusikerin.
Die Musikerin mit den platinblonden voluminösen Haaren, der kurvenreichen Figur und den Glitzer-Outfits wurde mit zehn Grammys und zehn Preisen der Country-Akademie ausgezeichnet, zwei ihrer Songs wurden für Oscars nominiert. Bereits 1999 wurde Parton in die Country Music Hall of Fame aufgenommen, 2022 dann auch in die Rock 'n Roll Hall of Fame.
Auch als Unternehmerin war Parton erfolgreich: Ihr eigener Freizeitpark namens Dollywood lockt jährlich Millionen von Besuchern nach Pigeon Forge in Tennessee. Zudem gründete sie einen Radiosender, Produktionsfirmen und Restaurants und schrieb gemeinsam mit dem Autor James Patterson den Bestseller "Run, Rose, Run".
Auch als Philanthropin machte Parton Schlagzeilen. Die Entwicklung des Corona-Impfstoffs der Firma Moderna unterstützte sie mit einer Spende über eine Million Dollar (rund 830.000 Euro), ein von ihr betriebenes Leseförderprogramm verteilte weltweit rund 100 Millionen Bücher an bedürftige Kinder.
Eigene Kinder hatte Parton nicht. Mit ihrem Ehemann Carl Dean, der sich stets im Hintergrund abseits des Rampenlichts hielt, war sie bis zu dessen Tod 2025 mehr als 58 Jahre lang verheiratet.
Popstar Miley Cyrus nannte den Tod ihrer Patentante im Onlinedienst X einen "verheerenden Tag für die Menschheit". Es gebe "so viele böse Menschen auf dieser Welt, und ausgerechnet ein reines Herz wie Dolly Parton mussten wir verlieren", schrieb sie.
Megastar Taylor Swift, die ihre Karriere als Country-Sängerin begonnen hatte, erklärte, eine Welt ohne Parton fühle "sich nicht möglich, nicht real und nicht richtig an". Beyoncé, die für ihr Grammy-prämiertes Country-Album "Cowboy Carter" mit Parton zusammengearbeitet hatte, würdigte deren Mut und Talent. "Du hast so viele Lehren darüber erteilt, wie man ganz man selbst sein kann", schrieb die Pop-Diva auf ihrer Website. Den vielen Trauer-Botschaften von Country- und Pop-Stars schlossen sich auch Rapper wie Eminem an.
US-Schauspielerin Jane Fonda, die 1980 mit Parton in der Komödie "Warum eigentlich… bringen wir den Chef nicht um?" gespielt hatte, würdigte Parton als "verspieltes Südstaaten-Mädchen" und schillernde Persönlichkeit.
Die Beisetzung von Parton soll im kleinen Kreis erfolgen, wie "People" unter Berufung auf ihren Sprecher berichtete.
N.AbuHussein--SF-PST