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Verheerendes Zugunglück in Spanien: Mindestens 64 Todesopfer
Verheerendes Zugunglück in Spanien: Bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge sind mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, als die Züge am Mittwochmorgen in der Provinz Toledo rund 150 Kilometer südlich von Madrid auf gerader Strecke zusammenstießen. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Auf der gleichen Strecke waren erst im Januar 46 Menschen bei einer Zugkollision ums Leben gekommen.
Die Opferzahl könne weiter steigen, Retter konnten zunächst nicht in alle Waggons vordringen, sagte der Präsident der Region Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, bei einem Besuch an der Unglücksstelle. Dort bot sich ein Bild der Verwüstung, mehrere Waggons waren die Böschung herabgestürzt und lagen neben den Gleisen, andere waren ineinander verkeilt.
Eine Sprecherin der Regionalregierung sagte der Nachrichtenagentur AFP, mehr als 100 Menschen seien bei dem Unglück verletzt worden. 58 Verletzte wurden demnach in Krankenhäuser gebracht, 15 von ihnen schwebten in Lebensgefahr.
Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden alle verfügbaren Kräfte zur Unglücksstelle nahe der Stadt Urda entsandt. Rettungshubschrauber, mehrere Feuerwehrmannschaften sowie mobile intensivmedizinische Rettungsfahrzeuge waren im Einsatz. Die Straßen im Umkreis wurden gesperrt, um sie für die Rettungsfahrzeuge freizuhalten.
Er habe den ganzen Vormittag über mit seinem Privatauto überlebende Passagiere von der Unglücksstelle fortgebracht, schilderte Manuel Ortiz aus Urda AFP. Überlebende berichteten ihm demnach, dass ihr Zug auf der Strecke gehalten hatte, bevor sich das Unglück ereignete. Der Anblick vor Ort sei "furchtbar, furchtbar" gewesen, sagte Ortiz sichtlich schockiert.
Regierungschef Pedro Sánchez unterbrach seinen Wahlkampf für die vorgezogene Parlamentswahl im kommenden Monat. Im Onlinedienst X äußerte er sich erschüttert über das Unglück. König Felipe VI. sprach von einer "furchtbaren Tragödie". Sämtliche für Mittwochabend geplanten Spiele des spanischen Fußball-Pokalwettbewerbs wurden verschoben.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer "erschütternden" Nachricht. Ihre Gedanken seien bei den Opfern und deren Angehörigen. "Meine volle Unterstützung gilt dem spanischen Volk in diesen Stunden des Schmerzes", schrieb EU-Ratspräsident António Costa auf X. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich "tief betroffen".
Erst im Januar waren 46 Menschen ums Leben gekommen, als nahe der Stadt Adamuz in Südspanien zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten. Das Unglück am Mittwoch ereignete sich auf derselben Strecke zwischen der Hauptstadt und Sevilla im Süden, der meistbefahrenen Hochgeschwindigkeitsverbindung des Landes.
Mit rund 4000 Kilometern Strecke hat Spanien das zweitgrößte Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz der Welt. Das schwere Unglück nahe Adamuz im Januar hatte das Land erschüttert und eine erhitzte Debatte über die Wartung der Infrastruktur und die Sicherheit der Passagiere ausgelöst. Auch Regierungschef Sánchez war nach dem Unglück in die Kritik geraten. Die Regierung hatte daraufhin Investitionen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro in das Streckennetz angekündigt.
U.Shaheen--SF-PST