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Spanische Justiz gibt Fall Fernandes gegen Ulmen an deutsche Behörden ab
Im Fall der von der Schauspielerin Collien Fernandes erhobenen Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen will die spanische Justiz die Ermittlungen ganz den deutschen Behörden überlassen. Ein Gericht in Palma de Mallorca erklärte am Dienstag, dass es für den Fall nicht zuständig sei. Die Vorwürfe sollten ausschließlich von der deutschen Justiz, konkret von der Staatsanwaltschaft Itzehoe, geprüft werden.
Zur Begründung hieß es in einer Erklärung des Gerichts, es gehe im Wesentlichen um mutmaßliche Taten, die in Deutschland begangen worden seien, oder für die auf Deutsch publizierende Online-Plattformen genutzt worden seien. Auch die Zeugen seien aus Deutschland und lebten dort. Die Entscheidung des Gerichts in der Hauptstadt der spanischen Ferieninsel Mallorca ist den Angaben zufolge noch nicht rechtskräftig, gegen sie kann noch Einspruch eingelegt werden.
Fernandes hatte die Klage auf Mallorca eingereicht, weil sie und Ulmen dort am Ende ihrer Ehe seit 2023 gelebt hatten. Die dort vorgebrachten Vorwürfe umfassten Aneignung des Personenstandes, Geheimnisverrat, öffentliche Beleidigung, regelmäßige Misshandlung und schwere Drohungen. Über die Vorwürfe der Schauspielerin gegen ihren Ex-Mann hatte zuerst das Magazin "Der Spiegel" berichtet.
Nach Auswertung dieser Berichterstattung sprach die Staatsanwaltschaft Itzehoe Ende März von einem Anfangsverdacht gegen Ulmen und verwies zugleich darauf, dass für den Schauspieler weiter die Unschuldsvermutung gelte. Es werde geprüft, ob außer dem im Raum stehenden Straftatbestand der Nachstellung auch weitere Straftatbestände in Betracht kommen
Der 50-jährige Ulmen und die 44-jährige Fernandes waren seit 2011 ein Paar, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter.
Ulmen bestreitet die Anschuldigungen, er habe von Fernandes gefälschte pornografische Aufnahmen erstellt und verbreitet. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ulmens Anwalt reichte Ende März beim Landgericht Hamburg einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Verlag des "Spiegel" ein, da dessen Berichterstattung "unvollständig und falsch" sei.
Fernandes' Vorwürfe führten in Deutschland in der Politik zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte in der Folge an, Gesetzeslücken schließen zu wollen.
O.Salim--SF-PST