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Während er quasi mietfrei wohnte: Früherer Prinz Andrew vermietete Cottages unter
Der in Ungnade gefallene frühere britische Prinz Andrew hat sein Einkommen jahrelang mit der Untervermietung von Cottages auf einem königlichen Anwesen aufgebessert, auf dem er selbst quasi mietfrei wohnte. Während Andrew für die 30 Zimmer umfassende Royal Lodge nur eine symbolische Miete zahlte, vermietete er drei Häuschen auf dem weitläufigen Gelände in Windsor weiter, wie der britische Rechnungshof am Freitag in einer Untersuchung zu den Immobilien der Royals berichtete.
"Die aus der Untervermietung erzielten Einnahmen flossen an Andrew Mountbatten-Windsor", konstatierte der Rechnungshof. "Uns ist nicht bekannt, welche Miete verlangt wurde." Die drei Cottages stünden seit April leer.
Die Rechnungsprüfer wiesen zudem darauf hin, dass Andrews Töchter Beatrice und Eugenie Apartments in königlichen Palästen haben, deren Miete aus der Privatschatulle von König Charles III. bezahlt wird - obwohl die beiden keine offiziellen Funktionen für das Königshaus übernehmen.
"Die königliche Familie legt die Öffentlichkeit mal wieder komplett herein", sagte der Abgeordnete Norman Baker von den Liberaldemokraten, ein langjähriger Kritiker des undurchsichtigen königlichen Finanzgebarens. Die Labour-Oberhausabgeordnete Margaret Hodge bezeichnete es als "schockierend", dass dem Rechnungshof keine Angaben dazu vorlägen, wie viel Geld Andrew mit den Untervermietungen eingenommen habe. Die "Times" berichtete, bei Andrews Mietern habe es sich teilweise um langgediente Mitarbeiter gehandelt.
Ein Parlamentsausschuss will sich noch in diesem Jahr mit den Wohn-Arrangements des Königshauses befassen.
König Charles III. hatte seinem Bruder wegen dessen Verbindungen zum verstorbenen US-Sexualverbrecher Jeffrey Epstein bereits im vergangenen Herbst alle königlichen Titel und Ehren aberkannt. Seit Monaten wird gegen Andrew Mountbatten-Windsor im Zuge des Epstein-Skandals wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs ermittelt. Der mittlere Sohn der verstorbenen Queen Elizabeth II. bestreitet jegliches Fehlverhalten.
Im Februar wurde der frühere Prinz vorübergehend festgenommen, während die Royal Lodge durchsucht wurde. Kurz zuvor musste Andrew nach 20 Jahren aus der luxuriösen Royal Lodge ins abgelegene Gut Sandringham umziehen.
Dem Rechnungshofbericht zufolge hatte Andrew einst eine Pacht in Höhe von einer Million Pfund (1,16 Millionen Euro) gezahlt und sich verpflichtet, 7,5 Millionen Pfund für Renovierungen zu investieren, um die Royal Lodge für 75 Jahre zu pachten. Der Vertrag sah vor, dass Andrew im Fall eines vorfristigen Endes der Pacht eine Entschädigung zusteht. Nach seinem Auszug im Februar könnte der Ex-Prinz demnach mehr als 300.000 Pfund Entschädigung verlangen. Laut dem Crown Estate, der die königlichen Immobilien verwaltet, wird Andrew jedoch wegen notwendiger Reparaturen der Lodge voraussichtlich nichts erhalten.
Kronprinz William zahlt dagegen für die Forest Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor, die er mit seiner Familie bewohnt, eine Jahresmiete von mehr als 300.000 Pfund, wie der Rechnungshof berichtet.
Der jetzt vorgelegte Rechnungshofsbericht stehe "in Übereinstimmung mit der Transparenz-Verpflichtung des königlichen Haushalts", erklärte ein Sprecher des Buckingham-Palasts am Freitag. Individuell angepasste Arrangements sollten dafür sorgen, dass die Immobilien der königlichen Familie "angemessen gefüllt sind, abhängig von ihrer Lage, ihren Bewohnern und ihrem Zweck".
Q.Jaber--SF-PST