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Wirtschaftsverbände und Großkonzerne drängen Bundesregierung zu Reformen
Deutsche Exporte im März leicht gestiegen - Probleme wegen Iran-Kriegs erwartet
Die Exporte aus Deutschland haben im März leicht zugelegt, doch die Wirtschaft warnt vor drohenden Rückschlägen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Exportwarenwert um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Besonders in die USA wurde allerdings bedeutend weniger geliefert, zugleich stiegen die Importe aus China weiter.
"Das leichte Exportplus reicht nicht für eine Entwarnung", erklärte Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer. "Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten sind noch nicht überall absehbar, das konjunkturell dickere Ende kommt noch nach."
Die Exportstatistik wurde laut Statistikamt vor allem von einem deutlichen Rückgang der Lieferungen in die USA negativ beeinflusst. Das Land ist weiterhin der wichtigste Abnehmer deutscher Produkte, gegenüber Februar ging der Warenwert aber um 7,9 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug das Minus sogar 21,4 Prozent. "Einen stärkeren Rückgang der Exporte in die USA hatte es im Vorjahresvergleich zuletzt im Juni 2020 gegeben", erklärten die Statistiker.
"Vor allem die schwache Entwicklung in den Drittstaatenmärkten belastet die deutsche Exportwirtschaft zunehmend", erklärte der Chef des Außenhandelsverbands (BGA), Dirk Jandura. "Europa bleibt dagegen der Stabilitätsanker des deutschen Außenhandels." Deutlich mehr als die Hälfte der deutschen Exporte gehen in andere EU-Staaten. Hier gab es im März einen Anstieg um 3,4 Prozent im Vergleich zum Februar.
Die Exporte nach Großbritannien legten um 3,2 Prozent zu. Mit 7,4 Milliarden Euro liegen die Briten als Abnehmer deutscher Waren nun deutlich vor China. Bei den Exporten in die Volksrepublik verzeichnete das Statistikamt einen weiteren Rückgang im Monatsvergleich um 1,8 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro.
Seit Monaten steigen zugleich die chinesischen Importe stetig an. Im März war China mit 15,6 Milliarden Euro mit Abstand der wichtigste Lieferant. Im Vergleich zum Februar bedeutete dies einen Anstieg um 4,9 Prozent. Die Importe insgesamt legten im März um 5,1 Prozent zu.
Insgesamt betrug der Wert der deutschen Ausfuhren 135,8 Milliarden Euro und der Einfuhren 121,5 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss verringerte sich damit von 19,6 Milliarden Euro im Februar auf nun 14,3 Milliarden Euro.
"Der sinkende Außenhandelsüberschuss ist ein Warnsignal", erklärte BGA-Chef Jandura. "Die Auswirkungen der Schließung der Straße von Hormus werden immer deutlicher. Steigende Energie- und Transportkosten belasten die Unternehmen spürbar." Zugleich nähmen weltweit Handelshemmnisse, geopolitische Spannungen und Kosten zu.
R.Shaban--SF-PST