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Stromnetze: Investoren steigen mit Milliarden bei Tennet Deutschland ein
Der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet hat für seine deutsche Tochter den milliardenschweren Einstieg neuer Investoren verkündet, die den Netzausbau entscheidend voranbringen sollen. Für eine Beteiligung an Tennet Deutschland sei eine Vereinbarung mit dem niederländischen Rentenfonds APG, dem norwegischen Staatsfonds NBIM und dem Staatsfonds GIC aus Singapur erzielt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit werde der Eigenkapitalbedarf für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes von Tennet Deutschland für die kommenden Jahre gesichert.
"Wir freuen uns sehr, eine strukturelle Lösung für den Eigenkapitalbedarf von Tennet Germany gefunden zu haben, und ich sehe der Partnerschaft mit diesen hoch angesehenen Investoren erwartungsvoll entgegen", erklärte Tennet-Vorstandschefin Manon van Beek. Zudem hob der niederländische Konzern hervor, den Fokus weiterhin "auf die Sicherung einer zuverlässigen, nachhaltigen und bezahlbaren Stromversorgung" richten zu wollen.
Tennet gehört dem niederländischen Staat. Die deutsche Tochterfirma ist in Deutschland einer der vier großen Übertragungsnetzbetreiber. Vor dem Hintergrund nötiger Investitionen in die deutschen Netze hatte diese Konstellation in der Vergangenheit zu Komplikationen geführt. Die Regierung in Den Haag wollte die Tochter daher verkaufen. Eine Übernahme durch den deutschen Staat scheiterte jedoch im vergangenen Jahr, weil das Geld fehlte.
Die Investorenvereinbarung bringt Den Haag und Berlin auf der Suche nach einer langfristigen Lösung nun einen Schritt weiter. Sie sieht konkret vor, dass die Investoren 46 Prozent an Tennet Deutschland erhalten und die restlichen 54 Prozent vorerst beim Mutterkonzern bleiben. Die Investoren steuern nach Unternehmensangaben bis zu 9,5 Milliarden Euro bei. Ein Abschluss der Transaktion ist demnach "für die erste Jahreshälfte 2026" zu erwarten.
Zugleich wies Tennet darauf hin, dass der deutsche Staat Interesse an einer Minderheitsbeteiligung bekundet habe. Sowohl Tennet als auch der niederländische Staat hätten signalisiert, "dass sie dafür offen sind". Dementsprechend beabsichtige Tennet, mit der staatlichen Förderbank KfW "zu gegebener Zeit Gespräche über eine mögliche Investition der KfW in Tennet Germany neben Tennet und den institutionellen Investoren aufzunehmen".
R.Shaban--SF-PST