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Netto-Renten 2022 so stark gestiegen wie seit Jahren nicht mehr
Die Netto-Renten in Deutschland sind im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit Jahren nicht mehr. Die ausgezahlte Durchschnittsrente erhöhte sich von 1089 auf 1152 Euro, ein Plus von 63 Euro, wie die Deutsche Rentenversicherung am Dienstag bestätigte. Männer bekamen im Schnitt monatlich 1276 Euro und damit 68 Euro netto mehr; bei Frauen waren es 1060 Euro, ein Plus von 59 Euro.
2013 hatte die Durchschnittsrente noch bei 855 Euro gelegen. Die Altersgelder sind also seither im Schnitt um 34,8 Prozent gestiegen, wie die Rentenversicherung weiter mitteilte.
Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über die Zahlen berichtet. Erfasst sind darin sämtliche Rentenleistungen, also Altersrenten, Erwerbsunfähigkeits- und Witwenrenten. Hauptursachen für den starken Gesamtanstieg im vergangenen Jahr waren den Angaben zufolge unter anderem die starken Rentenerhöhungen zum 1. Juli von 5,35 Prozent im Westen und 6,12 Prozent im Osten. Hinzu kamen Verbesserungen für Erwerbsunfähigkeitsrentner und die Einführung der Grundrente.
Die durchschnittliche Netto-Witwenrente stieg im vergangenen Jahr von 512 auf 540 Euro, die Witwerrente von 374 auf 396 Euro. Dies bezog sich auf Rentenbeziehende, die keine weitere Altersrente erhielten.
Die Zahl der Mehrfachrentner, die neben der eigenen Rente noch eine Witwen- oder Witwerrente erhalten, sank den Angaben zufolge im vergangenen Jahr erstmals - und zwar um knapp 10.000 auf 4,117 Millionen Menschen. Als mögliche Ursache gelten die vielen Todesfälle unter Senioren durch die Corona-Pandemie.
Im Schnitt erhielten Männer, die zusätzlich eine Witwerrente erhalten, 1717 Euro netto (plus 89 Euro). Frauen mit eigener Rente und Witwenrente bekamen monatlich 1573 Euro ausgezahlt, ein Plus von 83 Euro.
Der Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund, Dirk von der Heide, sagte der Nachrichtenagentur AFP, vor allem Frauen profitierten von mehreren Rentenzahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. "Rund 3,5 Millionen beziehen neben einer eigenen Altersrente eine Witwenrente. Dagegen beziehen nur rund 610.000 Männer neben einer eigenen Rente zusätzlich eine Witwerrente." Die Rentenversicherung leiste damit "insbesondere für Witwen einen großen Beitrag zur finanziellen Absicherung beim Tod des Partners".
Linken-Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch forderte trotz des starken Anstiegs der Netto-Renten im vergangenen Jahr eine außerordentliche Erhöhung der Altersbezüge um zehn Prozent. 2022 sei für Rentnerinnen und Rentner vielfach ein schwarzes Jahr gewesen, sagte Bartsch den Funke-Zeitungen. "Die Rentenerhöhung gleicht die Preise für Energie und Lebensmittel nicht im Ansatz aus."
Bartsch weiter: "Gebot der Stunde wäre eine außerordentliche Rentenerhöhung von zehn Prozent, die den Wohlstandsverlust ausgleicht." Darüber hinaus müsse das Rentenniveau dauerhaft auf 53 Prozent angehoben werden.
R.AbuNasser--SF-PST