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EU-Fischereiverbote: Rainer setzt sich für Ausnahme für Ostsee-Fischer ein
In den Verhandlungen um EU-Fischereiverbote in der Ostsee setzt sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) für eine Beibehaltung der Ausnahmen für Küstenfischer ein. "Wir wollen, dass wir ähnliche Voraussetzungen wie in diesem Jahr auch im kommenden Jahr 2026 haben", sagte Rainer am Montag in Luxemburg. Derzeit dürfen kleine Ostsee-Betriebe noch Hering fischen, obwohl der Bestand stark bedroht ist.
Ansonsten ist Hering in der für Deutschland relevanten westlichen Ostsee nur als Beifang erlaubt - das sind Fische, die unerwünscht ins Netz gehen und dabei häufig verenden. Die EU-Kommission verlangt seit mehreren Jahren, auch die Ausnahme für kleine Heringsfischer abzuschaffen. Deutschland stellte sich in den jährlichen Verhandlungen dagegen und konnte sich bislang immer durchsetzen.
"Unser Ziel ist es, die wirtschaftliche Grundlage der deutschen Ostsee-Fischerei aufrechtzuerhalten", sagte Rainer in Luxemburg. "Die Fischerei ist neben dem wirtschaftlichen Gut auch ein Tourismusfaktor, ein Kulturgut und vor allem ist es auch ein Stück Heimat."
Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, auch die erlaubte Beifangmenge für Hering zu halbieren. Den Dorschbeständen in der westlichen Ostsee geht es ähnlich schlecht, auch für diese Art gilt seit mehreren Jahren bereits ein Fangverbot. Die Kommission will die erlaubte Beifangmenge in der gesamten Ostsee noch einmal deutlich senken.
Für die verschiedenen Bereiche des Meeres gelten unterschiedliche Fangquoten. Im Gegensatz zu den westlichen Gebieten ist die Heringsfischerei in der zentralen Ostsee, in der Rigaer Bucht und im Bottnischen Meerbusen erlaubt. Insgesamt soll die erlaubte Fangmenge nach Vorstellung der Kommission jedoch sinken. Das Gleiche gilt für Scholle und Lachs. Einzig in der finnischen Bucht soll etwas mehr Lachs gefangen werden dürfen.
Die Empfehlungen der EU-Kommission beruhen auf Zahlen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES). Die EU-Staaten müssen sich daran nicht halten. Die traditionell langwierigen Verhandlungen dürften sich mindestens bis in die Nacht zum Dienstag ziehen.
G.AbuGhazaleh--SF-PST