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Berliner Final-MVP Stettmer: "So ruhig wie möglich"
Nach der Schlusssirene prasselte das Lob von allen Seiten auf Jonas Stettmer ein - so wie vorher die Pucks. Der Torhüter der Eisbären Berlin, der nach dem entscheidenden 4:1-Sieg am Sonntag im fünften Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Adler Mannheim als MVP der Serie ausgezeichnet worden war, gab die Komplimente gleich weiter.
"Es ist unglaublich, die Jungs haben so eine faszinierende Leistung vor mir abgerufen, unfassbar Schüsse geblockt", sagte der überragende Spieler der Endspielserie, der die Mannheimer mit seinen Paraden zur Verzweiflung gebracht und die Berliner zur zwölften Meisterschaft geführt hatte.
Seine eigenen grandiosen Vorstellungen kommentierte der 24-Jährige gewohnt bescheiden. "Ich hab immer versucht, so ruhig wie möglich zu bleiben und das Team in jeder Sekunde zu unterstützen", sagte Stettmer, der zwischenzeitlich seinen Job als Nummer eins an Jake Hildebrand verloren hatte, nach dessen Verletzung aber zwischen die Pfosten zurückkehrte: "Das ist mir in allen Spielen relativ gut gelungen."
Auch im letzten Spiel machte der gebürtige Straubinger, der vor drei Jahren nach Berlin gekommen war, wieder zahlreiche hochkarätige Chancen der Mannheimer zunichte. 30 Torschüsse wehrte er ab, erst kurz vor Schluss konnte ihn Marc Michaelis überwinden, als das Spiel und der Titelkampf längst entschieden waren.
"Ich freue mich, dass er seinen Weg gefunden hat", lobte Stürmer Marcel Noebels, "und uns zur Meisterschaft geführt hat." Während der Olympiazweite von 2018 bereits seinen fünften Titel mit den Eisbären feierte, war es für Stettmer "der erste, bei dem ich mehr oder weniger durchspielen konnte". Mit seinen starken Leistungen spielte er sich auch ins Blickfeld der Nationalmannschaft. Es wäre keine Überraschung, wenn er zu den Spielern gehören würde, die Bundestrainer Harold Kreis von den Finalisten für die WM in der Schweiz (15. bis 31. Mai) beruft. Bislang stand er erst einmal im DEB-Trikot im Tor.
Besonders stolz machte Stettmer, dass sich die Eisbären nach schwieriger Hauptrunde mit vielen Verletzungen und Platz sechs in den Playoffs wieder durchsetzten. "Keiner hat geglaubt, dass wir dieses Jahr deutscher Meister werden", sagte er, "die Platzierung war uns scheißegal. Wir haben immer an uns geglaubt, wir wussten, was wir können."
Dann verabschiedete er sich zur Meisterparty. "Ich denke, es geht heute noch ewig lange", mutmaßte Stettmer, "ich will den Moment mit den Jungs genießen." Es wird die letzte Feier mit den Eisbären sein - denn er kehrt zur neuen Saison zum ERC Ingolstadt zurück, bei dem er einst ausgebildet wurde.
D.AbuRida--SF-PST