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Oberdorf: "Alle wollen auf mich aufpassen"
Nationalspielerin Lena Oberdorf hat vor ihrer Bundesliga-Premiere für den FC Bayern die hohen Erwartungen zunächst relativiert. "Ich möchte jetzt erst einmal Spaß haben, genießen und gar nicht so streng mit mir selber sein, sondern mich einfach weiterentwickeln, um wieder zu alter Form zu kommen. Deswegen sind wir da alle eher entspannt unterwegs", sagte die 23-Jährige vor dem Spiel am Samstag (17.45 Uhr/ARD, DAZN und MagentaSport) gegen Bayer Leverkusen im SID-Interview.
Oberdorf hatte nach einem Kreuzbandriss am vergangenen Wochenende im Supercup gegen Wolfsburg (4:2) nach über einem Jahr ihr Pflichtspieldebüt für die Münchnerinnen gegeben. "Jeder weiß, dass man nach langer Verletzungspause nicht gleich das Toplevel haben kann. Ich glaube, dass José (Barcala, d. Red.) auch relativ zufrieden ist und wir da auch alle auf mich aufpassen wollen, um mich nicht zu verheizen", sagte die Mittelfeldspielerin.
Wie weit sie noch von ihrer Bestform entfernt sei, könne sie "gar nicht so genau beziffern, weil es gibt Tage, wo ich denke: Ich bin auf meinem Niveau. Dann gibt es aber auch wieder Tage, wo ich mir denke: Heute war heavy und irgendwie habe ich mich dreimal in eine Gegenspielerin reingedreht." Deshalb müsse sie sich "einfach auch Zeit geben", so Oberdorf. Dies falle ihr aber schwer: "Ich merke, dass ich da auch nicht geduldiger geworden bin, sondern eigentlich am liebsten alles direkt wieder perfekt machen würde."
In ihrer langen Verletzungspause habe sie aber gelernt, "dass man auf seinen Körper hören sollte, wenn er einem Zeichen schickt, und nicht durch alles irgendwie durchtrainieren muss." Sie halte sich auch "nicht mehr so viel in den Sozialen Medien auf", sagte Oberdorf: "Ich habe gelernt, auch mal diese Ruhe einkehren zu lassen. Ich habe aufgehört, es allen Leuten recht machen zu wollen."
In ihrer Reha hatte die 51-malige Nationalspielerin betont, dass sie den Fußball nun mehr genießen könne. Und inzwischen? "Das Einzige, was ich genieße, ist das Sofa nach dem Training", sagte sie dem SID und lachte. Aber natürlich genieße sie es "total, mit den Mädels auf dem Platz zu stehen. Auch jetzt das erste Spiel gemacht zu haben, das war einfach nochmal ein anderes Gefühl. Und ich merke schon, wie ich es auch vermisst habe, in diesem Hamsterrad Fußball zu sein. An sich bin ich einfach nur happy, wieder da zu sein."
Q.Jaber--SF-PST