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"Beispiellos": Ten Hag mit scharfer Kritik an Bayer-Bossen
Wenige Stunden nach seiner Entlassung hat Erik ten Hag die Vereinsführung des Fußball-Vizemeisters Bayer Leverkusen scharf kritisiert. "Sich nach nur zwei Ligaspielen von einem Trainer zu trennen, ist beispiellos", teilte der Niederländer am Montag in einer Erklärung mit, die laut The Athletic über seine Agentur veröffentlicht wurde. Er habe das Gefühl, so ten Hag weiter, "dass dies nie eine Beziehung war, die auf gegenseitigem Vertrauen beruhte". Die Trennung sei für ihn "völlig überraschend" gekommen.
Der Nachfolger von Erfolgstrainer Xabi Alonso hätte sich vor allem mehr Zeit für den Umbruch im Rheinland erhofft. "Ein neuer Trainer verdient den Freiraum, um seine Vision umzusetzen, Standards zu setzen, die Mannschaft zu formen und dem Spielstil seinen Stempel aufzudrücken", sagte ten Hag. "Ich habe diese Aufgabe mit voller Überzeugung und Energie begonnen, aber leider war die Vereinsführung nicht bereit, mir die Zeit und das Vertrauen zu geben, die ich brauchte, was ich zutiefst bedaure."
Laut Sportchef Simon Rolfes, der als Triebfeder der nun gescheiterten Verpflichtung ten Hags galt, hätten die Bayer-Verantwortlichen das Gefühl gehabt, "dass es nicht in die richtige Richtung geht. Bevor wir am falschen Ziel rauskommen, haben wir uns für einen frühen Zeitpunkt entschlossen", sagte Rolfes nach dem enttäuschenden Saisonstart mit nur einem Punkt aus zwei Spielen. So schnell wie Bayer entließ in der Bundesliga-Geschichte bislang kein anderer Klub einen Trainer, der erst im Sommer verpflichtet worden war.
"In meiner gesamten Karriere habe ich als Trainer jede Saison bis zum Ende durchgehalten und Erfolg gehabt", sagte ten Hag: "Vereine, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, wurden mit Erfolg und Titeln belohnt."
Ten Hag war mit reichlich Erfahrung nach Leverkusen gekommen. Er führte Ajax Amsterdam einst überraschend ins Champions-League-Halbfinale, beim englischen Rekordmeister in Manchester konnte ten Hag von Juli 2022 bis Oktober 2024 die Erwartungen nicht erfüllen und musste vorzeitig gehen. Dennoch hatte er 2023 den Ligapokal und 2024 den FA Cup mit ManUnited gewonnen.
M.AlAhmad--SF-PST