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Fragen und Antworten zum Nations-League-Spiel in Bosnien
Was steht an?
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestreitet am Abend (20.45 Uhr/RTL) ihr drittes Spiel in der diesjährigen Nations League. Gegner in Zenica ist Bosnien und Herzegowina.
Warum findet das Spiel nicht in Sarajevo statt?
Die bosnische Hauptstadt bietet kein Stadion, das von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zertifiziert wäre. Deshalb spielt die Nationalmannschaft seit 1995 in der rund 70 Kilometer nordwestlich gelegenen Stahl- und Kohlestadt in der Arena Bilino Polje. In der Heimat von NK Celik finden 13.500 Zuschauer Platz. "Es ist tatsächlich charmant und ganz gesund, dass man nicht nur die Top-Stadien gewöhnt ist", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Was erwartet die DFB-Elf?
Nagelsmann prophezeit eine "hitzige Atmosphäre", Bundesliga-Stürmer Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart meinte: "Deutschland erwartet eine ganz andere Sportart." Bosnien, Nummer 75 der Weltrangliste und trainiert von HSV-Idol Sergej Barbarez, wird kratzen, kämpfen, beißen. Im September ärgerte das Team um Sturmveteran Edin Dzeko die Niederlande, verlor aber letztlich 2:5. Gegen Ungarn holte Bosnien ein 0:0.
Wie ist die Lage in der Tabelle?
Deutschland führt die Gruppe A3 nach dem fulminanten 5:0 gegen Ungarn und dem 2:2 in den Niederlanden punktgleich mit Oranje an, die Elftal ist am Montag in München der nächste Gegner. Nagelsmann hat die K.o.-Runde als klares Ziel ausgegeben, die ersten beiden Teams erreichen das Viertelfinale im März. Wer sich dort durchsetzt, darf im Juni das Final Four bestreiten, das die DFB-Elf bei bisher drei Austragungen der Nationenliga noch nicht erreicht hat.
Wie ist die Personalsituation?
Schlecht. Nagelsmann muss gleich sieben Stars ersetzen: Torwart Marc-Andre ter Stegen, Jamal Musiala, Kai Havertz, Niclas Füllkrug, David Raum, Robin Koch und Benjamin Henrichs sind allesamt verletzt. Alle diese Spieler waren bei der Heim-EM dabei.
Wie reagiert der Bundestrainer darauf?
Nagelsmann lässt debütieren: In Zenica steht erstmals Alexander Nübel im deutschen Tor, gegen die Niederlande darf Oliver Baumann ran. Außerdem wird gegen Bosnien laut Nagelsmann Tim Kleindienst aus Gladbach oder Jonathan Burkardt (FSV Mainz 05) seinen Einstand feiern: "Sie können davon ausgehen, dass einer von beiden beginnen wird." Der Stuttgarter Jamie Leweling, unter den Feldspielern der dritte Neue, darf sich wegen der Ausfälle Hoffnung auf einen Einsatz als Joker machen.
Und sonst?
"Wir versuchen, neben den Zielen in der Nations League auch Bosnien nach den schweren Überschwemmungen im Südwesten einen Abend zu liefern, der für gute Stimmung sorgt und ein bisschen ein Lächeln auf die Gesichter zaubert", sagte Nagelsmann. Bei der Flut waren letzten Angaben zufolge 16 Menschen ums Leben gekommen. Am schwersten betroffen war das Bergdorf Jablanica, etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt Mostar.
Z.AbuSaud--SF-PST