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Ölpreis steigt zeitweise wieder auf fast 100 Dollar - Börsen erholen sich aber
Die jüngsten Kampfhandlungen zwischen Israel und dem Iran haben den Ölpreis kräftig nach oben getrieben. Die Preise für die Nordseesorte Brent und die US-Sorte West Texas Intermediate stiegen am Montag im asiatischen Handel um mehr als fünf Prozent und näherten sich der 100-Dollar-Marke, bevor sie jedoch wieder fielen. Die Börsen in Europa verzeichneten leichte Kursverluste.
Am frühen Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent über 96 Dollar, ein Fass der Sorte WTI kostete rund 94 Dollar.
Der Iran hatte am späten Sonntagabend Raketen auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert. Als Reaktion griff Israel nach Armeeangaben in der Nacht zu Montag militärische Ziele im Iran an. Am frühen Morgen attackierte der Iran dann Israel mit weiteren Raketensalven. Es waren die ersten gegenseitigen Angriffe seit Beginn einer Waffenruhe vor rund zwei Monaten.
Am Montagnachmittag verkündete Teheran zwar die Einstellung der Angriffe auf Israel - drohte aber zugleich mit "härteren und vernichtenderen Maßnahmen", sollte Israel die Angriffe auf den Süden des Libanon fortsetzen. Die Märkte fürchten, der Krieg könne wieder voll entflammen.
In Asien gaben die Börsen in Südkorea, Japan und in Hongkong nach - besonders hoch waren die Kursverluste von Technologieunternehmen in Südkorea. Der Aktienindex Kospi an der Börse von Seoul fiel um mehr als acht Prozent, die Aktie des Chipherstellers Samsung sogar um mehr als zehn Prozent, die des Chipherstellers SK Hynix um fast acht Prozent.
"Steigende Kosten für Kredite verringern künftige Gewinne und können zudem die Investitionsausgaben belasten", erklärte die Analystin Ipek Ozkardeskaya von Swissquote die Entwicklung. "Beides trifft Technologieaktien tendenziell stärker als andere Sektoren, da ein größerer Teil ihrer Bewertung vom zukünftigen Wachstum abhängt." Anleger und Anlegerinnen, "die auf der Chip-Welle mitgeritten sind", könnten versucht sein, Gewinne mitzunehmen und mit dem Geld beim Börsengang von SpaceX einzusteigen.
In Europa öffneten die Börsen wegen der neuen Kämpfe am Morgen im Minus. Der Deutsche Aktienindex sank um 1,16 Prozent, die Kurse in Paris gaben um 0,89 Prozent nach und die in Mailand um 0,42 Prozent. Der Börsenindex in London fiel um 0,35 Prozent. Im Laufe des Vormittags erholten sich die Indizes aber wieder - die britische Börse drehte sogar leicht ins Plus.
Die Wall Street, die erst am Nachmittag europäischer Zeit öffnete, startete leicht im Plus. Adam Sarhan von 50 Park Investments vermutete, dass "der Markt am Freitag überreagiert hatte". "Die Investoren möchten auch glauben, dass wir im Nahen Osten Fortschritte machen", erklärte Sarhan. US-Präsident Donald Trump hatte sowohl den Iran als auch den Verbündeten Israel aufgefordert, die Kämpfe einzustellen.
L.AbuAli--SF-PST