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Massive ukrainische Drohnenangriffe auf Russland - Mindestens vier Tote
Die Ukraine hat Russland nach Angaben aus Moskau mit einer Welle von fast 600 Drohnen überzogen. Dabei wurden in der Region Moskau in der Nacht zum Sonntag Behördenangaben zufolge mindestens drei Menschen getötet. Ein weiteres Todesopfer gab es demnach in der Grenzregion Belgorod. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer "vollkommen gerechtfertigten" Vergeltungsmaßnahme für Moskaus jüngsten Angriff auf die Ukraine mit 24 Toten.
Die Region Moskau sei zum Ziel eines "groß angelegten" Drohnenangriffs geworden, erklärte der örtliche Gouverneur Andrej Worobjow im Onlinedienst Telegram. In der Ortschaft Chimki nordwestlich der Hauptstadt sei eine Frau bei einem Drohnenangriff auf ihr Haus getötet worden. Zwei Männer starben seinen Angaben zufolge zudem in einem Dorf nordöstlich von Moskau.
In der Region wurden den Angaben zufolge zudem vier Menschen verletzt. Mehrere Wohnhäuser seien beschädigt und Infrastruktur angegriffen worden, fügte der Gouverneur hinzu. Die Luftabwehr sei seit 03.00 Uhr morgens im Einsatz gewesen.
Auch die russische Hauptstadt selbst wurde zum Ziel von Angriffen: Nach Angaben der Behörden wurden in der Nacht mehr als 80 Drohnen, die auf Moskau abzielten, von der Luftabwehr abgefangen. "An den Stellen, an denen Trümmer herabfielen, wurden geringfügige Schäden verzeichnet", erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin. Zwölf Menschen seien verletzt worden.
In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod wurde in der Nacht im Bezirk Schebekino ein Mann bei einem Drohnenangriff auf einen Lastwagen getötet, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Bereits am Samstag war in der Grenzregion ein Mensch bei einem Angriff auf ein Fahrzeug in der Stadt Krasnaja Jaruga getötet worden.
In den vergangenen 24 Stunden seien insgesamt 120 Drohnen von der Moskauer Luftabwehr abgefangen worden, erklärten die Behörden. Während die Hauptstadtregion wiederholt zum Ziel von ukrainischen Drohnenangriffen wurde, wird Moskau selbst seltener direkt angegriffen.
Landesweit fing die Luftabwehr in der Nacht 556 Drohnen ab sowie 30 weitere nach Tagesanbruch, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte. Laut dem Ministerium wurden insgesamt 14 Regionen in Russland angegriffen, darunter auch die russisch annektierte Halbinsel Krim.
Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums handelt es sich um den "größten Angriff" seit Kriegsbeginn auf die Region Moskau.
Präsident Selenskyj erklärte am Sonntag: "Unsere Antwort auf Russlands Fortsetzung des Krieges und seine Attacken auf unsere Städte und Gemeinden sind vollkommen gerechtfertigt". Mit dem Angriff auf die Region Moskau gebe Kiew "den Russen ganz klar zu verstehen: Ihr Staat muss diesen Krieg beenden", fügte er hinzu.
Derweil griff auch Russland die Ukraine wieder an. Die ukrainische Luftabwehr teilte am Sonntag mit, 279 von insgesamt 287 auf das Land zielenden russischen Drohnen abgefangen zu haben.
Nach einer dreitägigen Waffenruhe rund um den Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland hatten Russland und die Ukraine wieder mit gegenseitigen Angriffen begonnen. Die Waffenruhe war in der Nacht zum Dienstag ausgelaufen.
Nach massiven russischen Angriffen vor allem auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit 24 Toten allein am Donnerstag hatte Selenskyj gegenüber Moskau mit Vergeltung gedroht. Die Ukraine werde "keinen der Angriffe" Russlands mit ukrainischen Toten "ungestraft lassen", erklärte Selenskyj am Freitag im Onlinedienst X.
Der Ukraine-Krieg dauert mittlerweile seit mehr als vier Jahren an. Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine Beendigung der Kämpfe liegen derzeit auf Eis.
Der Austausch von Gefangenen ging indes weiter: Die Ukraine erhielt eigenen Angaben zufolge am Samstag mehr als 500 von Russland übergebene Leichen. Im Zuge der Rückführungsbemühungen seien die Leichen "von 528 Verstorbenen" in die Ukraine zurückgebracht worden, teilte das ukrainische Zentrum für Kriegsgefangene in Onlinenetzwerken mit, ohne sich zum Datum der Übergabe zu äußern. "Nach Angaben der russischen Seite könnte es sich um ukrainische Soldaten handeln", fügte es hinzu. Die Ermittler würden nun alle notwendigen Schritte unternehmen, "um die repatriierten Verstorbenen zu identifizieren".
Am Freitag hatten Russland und die Ukraine nach Angaben von Moskau jeweils 205 Kriegsgefangene ausgetauscht. Die russischen Soldaten wurden zunächst nach Belarus gebracht, wo sie psychologische und medizinische Betreuung erhielten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten "humanitäre Hilfe" bei der Rückkehr der russischen Soldaten geleistet.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 haben Moskau und Kiew bereits mehrfach Kriegsgefangene ausgetauscht. Der Austausch ist eines der wenigen Ergebnisse von Gesprächen zwischen den beiden Konfliktparteien zur Beendigung des Kriegs.
S.AbuJamous--SF-PST