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Französisches Schiff durchquert Straße von Hormus - weitere Tanker nahe Oman
Ein Containerschiff des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM hat als wohl erster Frachter eines europäischen Eigners seit Beginn des Iran-Kriegs die Straße von Hormus passiert. Die unter der Flagge Maltas fahrende "Kribi" sandte anstelle ihres Fahrtzieles die Botschaft "französischer Eigentümer" aus, wie aus den am Freitag ausgewerteten Daten der Website MarineTraffic hervorgeht. Sie passierte die Meerenge am Donnerstag. Ebenfalls am Donnerstag durchquerten drei Tanker die Straße von Hormus auf einer selten genutzten Route nahe der omanischen Küste.
Die Navigationsdaten der "Kribi" zeigten, dass sie über eine vom Iran genehmigte Route durch dessen Hoheitsgewässer fuhr. Mehrere Frachter nutzten bereits diese Route in der Nähe der iranischen Insel Larak. Nach Angaben von Experten der Schifffahrtszeitschrift "Lloyd’s List" bezahlten mindestens zwei Schiffe dafür Gebühren.
Die meisten Schiffe, die seit Anfang März durch die vom Iran eigentlich blockierte Straße von Hormus fuhren, stammten aus dem Iran oder hatten Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, China oder Saudi-Arabien. Peking äußerte am Dienstag seinen "Dank", nachdem drei chinesische Frachter die Meerenge passiert hatten.
Am Donnerstag passierten drei Tanker eine neue, bislang kaum genutzte Route nahe der omanischen Küste, um die Straße von Hormus zu durchqueren. Wie Schiffsverkehrsdaten zeigten, fuhren sie nahe der omanischen Halbinsel Musandam durch die Meerenge. In den vergangenen drei Wochen waren alle anderen Schiffe, die durch die Straße von Hormus gefahren waren, der vom Iran genehmigten Route nahe der Insel Larak gefolgt, erklärte "Lloyd's List".
Bei den drei Schiffen, die alle die Botschaft "omanischer Eigentümer" aussandten, handelte es sich nach Angaben des Schifffahrts-Analyseunternehmens Kpler um die beiden beladenen Rohöltanker "Habrut" und "Dhalkut" sowie den leeren Flüssiggas-Tanker "Sohar LNG". Das Schiff "Sohar LNG" ist japanischen Medienberichten zufolge unter gemeinsamem Besitz der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Es handele sich um das erste japanische Schiff, das den Golf seit Beginn des Iran-Krieges verlassen habe.
Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases durch die Straße von Hormus transportiert. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge aber weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Blockade durch die iranische Seite hat zu einem dramatischen Anstieg der Erdölpreise geführt.
Seit Anfang März haben nach Angaben von Kpler nur 221 Frachtschiffe die Meerenge durchquert. Das ist ein Rückgang von 94 Prozent im Vergleich zu vor dem Krieg.
Der UN-Sicherheitsrat verschob unterdessen eine für Freitag angesetzte Abstimmung über eine vom Golfkooperationsrat geforderte Freigabe eines Einsatzes von Waffengewalt zur Sicherung der Straße von Hormus. Die Vetomächte Russland, China und Frankreich hatten starke Bedenken dagegen geäußert.
F.AbuZaid--SF-PST