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Bukarest: USA werden ihre Militärpräsenz in Osteuropa zurückfahren
Die USA wollen ihre Militärpräsenz in Osteuropa nach rumänischen Angaben verringern. Washington wolle die rotierende Präsenz einer US-Brigade in mehreren Nato-Staaten beenden, darunter Bulgarian, Rumänien, die Slowakei und Ungarn, sagte der rumänische Verteidigungsminister Ionut Mosteanu am Mittwoch. Ein Nato-Beamter bezeichnete das US-Vorhaben als "nicht ungewöhnlich". Selbst mit dieser geplanten "Anpassung" bleibe die US-Truppenpräsenz in Europa größer als vor dem Jahr 2022.
Der frühere US-Präsident Joe Biden hatte nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 zusätzliche 20.000 US-Soldaten nach Europa verlegt, um den militärischen Schutz der Nato-Ostflanke zu verstärken.
Das Verteidigungsministerium in Bukarest teilte nun mit, dass Rumänien sowie andere Verbündete von den USA über die geplante Truppenreduzierung unterrichtet worden seien. Das Ministerium betonte in seiner Erklärung, die US-Entscheidung sei so "erwartet worden". Sie sei "das Ergebnis der neuen Prioritäten" der US-Regierung, die im Februar angekündigt worden seien.
Von seiten der US-Regierung lagen zunächst keine aktuellen Informationen zu den Truppenplänen für Osteuropa vor. Der seit Januar wieder amtierende Präsident Donald Trump hat die Nato immer wieder scharf kritisiert und von den europäischen Nato-Partnern verlangt, dass sie mehr für ihre eigene Verteidigung tun müssten.
Der rumänische Verteidigungsminister Mosteanu unterstrich jedoch vor Journalisten, bei den US-Plänen gehe es nicht um einen "Rückzug der amerikanischen Streitkräfte, sondern um ein Ende der Rotation einer Brigade, die Einheiten in mehreren Nato-Ländern hatte".
In Rumänien bleiben seinen Angaben zufolge nach der Änderung noch etwa 900 bis 1000 US-Soldaten stationiert, um zur "Abschreckung jeglicher Bedrohung" beizutragen. Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen sind derzeit etwa 1700 US-Soldaten in Rumänien stationiert.
"Die strategischen Fähigkeiten bleiben unverändert", sagte Mosteanu. So bleibe das Raketenabwehrsystem in Deveselu "voll einsatzbereit". Auch die Luftwaffenbasis von Campia Turzii und die Basis Mihail Kogalniceanu mit einer Luftwaffen-Kampfeinheit blieben mit US-Präsenz bestehen: "Die amerikanische Flagge wird an allen drei Orten präsent bleiben."
Ein Nato-Beamter in Brüssel teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, die USA hätten die Allianz vorab über ihre Truppenreduzierungspläne informiert. Er betonte: "Selbst mit dieser Anpassung bleibt die US-Truppenpräsenz in Europa größer als sie es seit vielen Jahren war, mit deutlich mehr US-Truppen auf dem Kontinent als vor 2022." Die Nato stehe mit der US-Regierung in engem Kontakt, "um sicherzustellen, dass die Nato ihre robuste Fähigkeit zur Abschreckung und Verteidigung beibehält". Am Bekenntnis der USA zur Nato gebe es keine Zweifel.
Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz teilte unterdessen mit, dass seine Regierung "im Gegensatz zu anderen Ländern wie Rumänien" keine Informationen aus den USA erhalten habe, dass die US-Truppenpräsenz in Polen verringert werden solle. Dass die USA ihre Militärpräsenz in Osteuropa verringern würden, sei eine "vorhersehbare Entwicklung, die wir alle erwartet haben", betonte er zugleich.
Der US-Sender NBC News hatte bereits im April berichtet, Washington prüfe den Abzug von 10.000 Soldaten aus Osteuropa. Derzeit haben die USA nach Angaben des Pentagons etwa 100.000 Soldatinnen und Soldaten in Europa. Davon sind etwa 65.600 fest in Europa stationiert, der Rest wird rotierend entsandt. In Deutschland sind etwa 35.000 stationiert, es ist das europäische Land mit der größten US-Militärpräsenz.
I.Matar--SF-PST