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Indien baut erste Bahnverbindungen nach Bhutan
Das Himalaya-Königreich Bhutan soll über zwei Eisenbahnlinien näher an den Nachbarn und wichtigsten Handelspartner Indien heranrücken. Der indische Außenminister Vikram Misri sagte am Montag, die beiden geplanten Verbindungen würden 454 Millionen Dollar (421 Millionen Euro) kosten und in vier Jahren fertig sein. Sein Kabinettskollege, Verkehrsminister Ashwini Vaishnaw, erwartet "enorme Vorteile" für Bhutan: "Die gesamte Region wird angebunden sein, viele Warenbewegungen werden statt Tagen nur Stunden benötigen."
Geplant ist eine 69 Kilometer lange Strecke von der indischen Stadt Kokrajhar in die 10.000-Einwohner-Stadt Gelephu in Bhutan nahe der gemeinsamen Grenze. Eine 20 Kilometer lange Strecke soll Banarhat im Osten Indiens mit der bhutanischen Industriestadt Samtse verbinden.
Das überwiegend von Buddhisten bewohnte Bhutan liegt zwischen China und Indien und ist flächenmäßig ähnlich groß wie die Schweiz. Der Staat am Rande des Himalaya-Gebirges mit weniger als 800.000 Einwohnern nimmt nicht das Wirtschaftswachstum zum Maßstab seines Wohlergehens, sondern hat 2008 einen Index für das nationale Glück eingeführt. Allerdings hat Bhutan mit wirtschaftlichen Problemen und einer hohen Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen.
Indiens Außenminister Misri sagte, Gelephu solle ein "wirtschaftliches Zentrum" werden, das Bhutan mit Süd- und Südostasien verbinde. Verkehrsminister Vaishnaw betonte, die Bahn-Verbindungen würden elektrisch sein, das Projekt daher "so umweltfreundlich wie möglich".
H.Darwish--SF-PST