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Türkische Wettbewerbsbehörde leitet Ermittlungen gegen Ferrero ein
Die türkische Wettbewerbsbehörde hat Ermittlungen gegen den italienischen Süßwarenkonzern Ferrero wegen möglichen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung aufgenommen. Eine erste Prüfung habe "ernsthafte" Hinweise darauf ergeben, dass Ferrero und seine Konzerntöchter gegen Wettbewerbsrecht verstoßen haben könnten, teilte die Behörde am Dienstag mit. Es gehe um den Haselnussmarkt - von Produktion über Verkauf und Verarbeitung bis zur Ausfuhr.
Die Türkei ist der größte Haselnuss-Exporteur der Welt; laut UN-Zahlen werden dort zwei Drittel aller Haselnüsse weltweit produziert. Ferrero kauft dort den Großteil der Nüsse für seine Produkte wie Nutella oder Rocher ein. Das Unternehmen beschäftigt mehr als tausend Menschen in der Türkei.
Die türkischen Behörden werfen Ferrero regelmäßig vor, seine Marktmacht zu missbrauchen und zu wenig für die Nüsse zu zahlen. Der italienische Konzern reagierte am Mittwoch zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Im vergangenen Jahr hatte Ferrero erklärt, dass das Unternehmen weder Haselnussbetriebe in der Türkei besitze noch leite; Ferrero kaufe die Nüsse auch nicht direkt von den Produzenten. "Wir respektieren die Gesetze des freien Marktes."
Treiber der Ermittlungen ist vor allem der Gouverneur der Provinz Ordu am Schwarzen Meer, Hilmi Güler - die Region ist wirtschaftlich stark abhängig vom Haselnussanbau. Er sagte der Zeitung "Hürriyet" im August, die Türkei dürfe "die Haselnuss nicht der Gnade einiger weniger Spekulanten" überlassen.
J.Saleh--SF-PST