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Extremer Dauerregen im Süden und Osten: Behörden bekräftigen Unwetterwarnungen
Angesichts der ab Freitag in weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands erwarteten extremen Starkregenfälle haben Meteorologen und Behörden ihre Unwetterwarnungen nochmals bekräftigt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach am Donnerstag in Offenbach von der Gefahr "großräumiger Überschwemmungen" in einem Gebiet von Baden-Württemberg sowie Bayern bis nach Thüringen und Sachsen. Erwartet wurde demnach verbreitet Niederschläge von bis zu hundert Litern pro Quadratmetern binnen 48 Stunden, örtlich sogar von bis zu 150 Litern.
Zusätzlich zu äußerst ergiebigen Dauerregenfällen ist in dem betroffenem Gebiet demnach mit Gewittern zu rechnen. Der Schwerpunkt der Unwetter soll zunächst über Bayern und Baden-Württemberg liegen und sich später weiter nordostwärts bewegen. Die Gefahrenlage soll bis Sonntag dauern.
Besonders stark betroffen sein werden laut Wetterdienstangaben Gebiete zwischen dem Alpenrand und dem Allgäu über Franken bis hin zum Thüringer Wald und dem Erzgebirge. Auch in angrenzenden benachbarten Zonen wie dem Schwarzwald oder der Lausitz ist in den kommenden Tagen allerdings mit teilweise sehr starken Niederschlägen zu rechnen.
Behörden in den betroffenen Bundesländern waren alarmiert und bereiteten sich auf die bevorstehende Unwetterlage vor. "Ich schaue mit allergrößter Sorge auf die Wetterprognosen", erklärte der sächsische Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) am Donnerstag in Dresden. Er bitte Bürgerinnen und Bürger, die entsprechenden Hochwasserwarnungen ernstzunehmen. Aus Talsperren werde mehr Wasser abgelassen, um Rückhaltekapazität zu schaffen.
Auch in Bayern und Baden-Württemberg gaben die Behörden bereits Warnungen vor Überflutungen heraus. "In den davon betroffenen Gewässern werden ab Freitag sehr deutliche und rasche Wasserstandsanstiege erwartet", teilte die baden-württembergische Hochwasservorhersagezentrale am Donnerstag mit. Hinsichtlich regionaler Schwerpunkte gebe es noch Unsicherheiten, insgesamt dürfte insbesondere der Osten des Bundeslands betroffen sein.
Nach Angaben des bayerischen Hochwassernachrichtendiensts ist aufgrund der in der Nacht einsetzenden Dauerregens in allen Regierungsbezirken des Freistaats mit steigendem Hochwasserrisiko zu rechnen. Die Fluthöhen und räumlichen Schwerpunkte ließen sich derzeit aber aufgrund der wechselnden meteorologische Lage nicht genau vorhersagen. Die Lage werde beobachtet.
Der Deutsche Feuerwehrverband rief die Menschen in den betroffenen Gebieten zu vorsichtigem Verhalten auf. Überflutete Straßen und Wege sollten gemieden werden, erklärte dieser am Donnerstag in Berlin. Das Wasser sei tiefer und die Strömung sei stärker als gedacht. Keller seien keine sicheren Aufenthaltsorte. Zudem sollten Wälder und Hanglagen wegen der Gefahr von umstürzenden Bäumen und Erdrutschen ebenfalls gemieden werden.
Ursache für die extremen Niederschläge ist nach Angaben des Wetterdiensts eine sogenannte Vb-Wetterlage, bei der ein Tief mit feuchtwarmer Luft aus dem Mittelmeerraum durch Hochdruckgebiete blockiert und nach Norden in Richtung Mitteleuropa abgedrängt wird. Durch den Zusammenprall feuchter Luft aus dem Mittelmeerraum und kühlerer Luft entstehen starke Regenfälle.
Starkregenfälle hatten erst vor knapp zwei Wochen im Saarland und Teilen von Rheinland-Pfalz zu Überschwemmungen geführt und erhebliche Schäden angerichtet. Zahlreiche Flüsse und Bäche traten über die Ufer, betroffen war unter anderem auch die saarländische Landeshauptstadt Saarbrücken.
E.AbuRizq--SF-PST