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Ecuadorianer stimmen in Referendum für Auslieferung und härtere Sicherheitsmaßnahmen
In Ecuador hat sich eine Mehrheit der Bürger am Sonntag in einem Referendum für eine Auslieferung von Ecuadorianern ausgesprochen, die im Ausland wegen Verbrechen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität gesucht werden. Nach Angaben der Präsidentin des Wahlrats stimmten am Sonntag 65 Prozent der Wähler für die Auslieferung, 35 Prozent dagegen. Präsident Daniel Noboa begrüßte das Ergebnis.
"Wir haben das Land verteidigt, jetzt werden wir mehr Mittel haben, um die Kriminalität zu bekämpfen und den Frieden in den ecuadorianischen Familien wiederherzustellen", gab Noboa an.
Rund 13,6 Millionen Wählerinnen waren aufgerufen, über die Ausweitung der Kompetenzen des Militärs und der Polizei, verstärkte Waffenkontrollen und härtere Strafen bei Delikten im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität zu entscheiden.
Am selben Tag wurde ein Gefängnisdirektor in dem südamerikanischen Land von Angreifern erschossen. Damián Parrales, Leiter der Haftanstalt El Rodero in der Küstenprovinz Manabí, sei "Opfer eines Anschlags" geworden, erklärte die Strafvollzugsbehörde. Parrales, der seinen Posten erst vor fünf Tagen angetreten hatte, wurde nach örtlichen Medienberichten im Ort Jipijapa getötet, als er mit seiner Familie in einem Restaurant aß.
Ecuador befindet sich seit Januar im Ausnahmezustand. Präsident Noboa hatte diesen wegen eines "internen bewaffneten Konflikts" ausgerufen, nachdem ein mächtiger Drogenboss aus dem Gefängnis ausgebrochen war. Kriminelle Banden hatten der Staatsgewalt den "Krieg" erklärt und sorgen seit seither im ganzen Land mit Gefängnisaufständen, Geiselnahmen und Anschlägen für Angst und Schrecken.
Ecuador liegt zwischen Kolumbien und Peru, den beiden größten Kokainproduzenten der Welt, galt aber lange als vergleichsweise friedlich und stabil. In den vergangenen Jahren wurde das Land dann selbst zu einer Drehscheibe für den internationalen Drogenhandel. Seitdem hat auch die Gewaltkriminalität massiv zugenommen. 2023 stieg die offizielle Mordrate auf den Rekordwert von 43 Morden pro 100.000 Einwohner. 2018 waren noch sechs Morde pro 100.000 Einwohner verzeichnet worden.
In den vergangenen drei Jahren wurden in den Gefängnissen des Landes mehr als 460 Insassen getötet. Viele von ihnen wurden geköpft oder bei lebendigem Leib verbrannt. Versuche, die Lage in den Haftanstalten durch die verstärkte Präsenz von Soldaten zu beruhigen, blieben bisher erfolglos. Noboa sagte, der "Drogenterrorismus und seine Verbündeten" terrorisierten das Land. Seit seinem Amtsantritt im November 2023 wurden etwa ein Dutzend Politiker und Staatsanwälte getötet.
N.Awad--SF-PST