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Drohendes Verkehrschaos: Schon Staus wegen Sperrung der Brennerautobahn am Samstag
Ein Anwohnerprotest soll am Samstag die Brennerautobahn, die wichtigste Verkehrsverbindung nach Italien, lahmlegen und hat bereits im Vorfeld zu Staus geführt. Einen Tag vor der ganztägigen Sperrung der A13 im österreichischen Bundesland Tirol staute sich am Freitag der Verkehr über die Alpen, wie der ADAC in München erklärte. Die Sperrung fällt in die Pfingstferien mehrerer deutscher Bundesländer und dürfte laut ADAC auch am Sonntag zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen führen.
"Ein Verkehrschaos zeichnet sich ab, Umfahrungen sind nur großräumig möglich", erklärte der ADAC. Und auch auf den Alternativstrecken sei die Staugefahr hoch. Bereits am Freitag waren die Auswirkungen der geplanten Sperrung zu spüren. Der Zeitverlust nach der Mautstelle Schönberg und vor der Baustelle Luegbrücke habe bereits in den frühen Morgenstunden bis zu 50 Minuten betragen, führte der Automobil-Club aus.
Die Brennerautobahn A13 ist am Samstag von 11.00 bis 19.00 Uhr gesperrt, für Lastwagen gilt die Sperrung bereits ab 09.00 Uhr. Eine lokale Ausweichmöglichkeit gibt es nach Angaben der örtlichen Behörden nicht. Grund für die Sperrung ist eine Demonstration gegen das enorme Verkehrsaufkommen am Brenner in Matrei im österreichischen Bundesland Tirol. Diese hat der Bürgermeister des am Brenner gelegenen Ortes Gries, Karl Mühlsteiger, als Privatperson angemeldet.
Laut der Tiroler Landesregierung kann es wegen der Brenner-Sperrung am Samstag zu "Verkehrsverzögerungen in ganz Tirol" kommen. Sie rief auf ihrer Website dazu auf, in der Region auf "nicht notwendige Autofahrten" zu verzichten und Tirol "großräumig" zu umfahren oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Auch das Auswärtige Amt in Berlin weist in seinen Reisehinweisen auf die Brenner-Sperrung hin. "Es gibt keine Ausweichmöglichkeit", heißt es darin. Auch im Vorfeld der Sperrung und in den Tagen danach sei mit "erhöhtem Verkehrsaufkommen" zu rechnen. Die Sperrung trifft deutsche Urlauber mitten während der Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg, in Sachsen-Anhalt enden die Schulferien an diesem Wochenende.
Laut ADAC sind auch die Umfahrungen "sehr staugefährdet". Die Brennerstraße B182, der Ellbögener Straße (L38) und der Stubaitalstraße (B183) dürfen am Samstag nur Fahrer nutzen, die in der Gegend zu tun haben. Sie müssen einen Nachweis erbringen wie die Buchungsbestätigung für ein Hotel in der Region oder einen Lieferschein. Die Behörden rechnen laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA auch mit einer Überlastung der Tauernautobahn (A10) in Salzburg sowie allen weiteren Verbindungen in Tirol.
Laut dem Grieser Bürgermeister Mühlsteiger richtet sich die Demonstration am Samstag gegen die Belastung der Anwohner durch den massiven Verkehr an der Brennerautobahn. "Über uns rollt täglich eine Blechlawine Richtung Süden", sagte Mühlsteiger dem Bayerischen Rundfunk. "Wir haben mittlerweile 14,4 Millionen Fahrbewegungen über den Brenner und das alles zu Lasten der Gesundheit der heimischen Bevölkerung."
"Wir haben das jetzt viele Jahre über uns ergehen lassen", führte der Bürgermeister im BR aus. Verhandlungen mit dem Autobahnbetreiber und der "hohen Politik" hätten leider nichts gebracht. Die Vollsperrung der Autobahn sei daher das letzte Mittel, um so auch die Bundesregierung und die Europäische Union auf die Missstände hinzuweisen, argumentierte Mühlsteiger.
Die Kundgebung war laut APA von den Tiroler Landesbehörden zweimal nicht erlaubt worden. Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gab dann jedoch einer Beschwerde gegen den entsprechenden Bescheid wegen Verletzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit statt.
Mühlsteiger warb im BR für eine höhere Maut für die Brennerautobahn. Wenn der Mauttarif angehoben werde "auf das Schweizer Niveau, dann würde sich laut unseren Experten der Schwerverkehr halbieren, das wäre für uns schon eine sensationelle Errungenschaft", sagte der Kommunalpolitiker. Dies erfordere allerdings eine Zustimmung Deutschlands und Italiens und dies sei "ein Dinge der Unmöglichkeit".
Y.Zaher--SF-PST