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Favoriten Finnland und Griechenland ziehen in ESC-Finale ein
Mit einem spektakulär inszenierten Auftritt hat Favorit Finnland sich einen Platz im Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in der österreichischen Hauptstadt Wien gesichert. Geigerin Linda Lampenius und Sänger Pete Parkkonen überzeugten beim ersten Halbfinale am Dienstagabend mit ihrem Song "Liekinheitin" (Flammenwerfer). Auch Mitfavorit Griechenland sowie der ebenfalls hoch gehandelte Beitrag aus Israel nehmen am Finale am Samstag teil.
Für Griechenland tritt Akylas mit "Ferto" an, einer energiegeladenen Spaßnummer mit Videospiel-Ästhetik. Für Israel singt Noam Bettan das Pop-Liebeslied "Michelle". Außerdem konnten sich Schweden, Moldau, Serbien, Kroatien, Litauen und Polen qualifizieren sowie - etwas überraschend - Belgien, das bislang bei den Wettbüros eher hinten lag. Portugal, Georgien, Montenegro und Estland schieden aus, ebenso San Marino - der für den Beitrag "Superstar" von Sängerin Senhit extra für zwei Liedzeilen angeheuerte Popstar Boy George konnte daran nichts ändern.
Auch Deutschlands Starterin Sarah Engels trat beim Halbfinale auf, allerdings außer Konkurrenz. Da Deutschland zu den großen Geldgebern gehört, ist Engels mit ihrem Lied "Fire" die Teilnahme am Finale bereits sicher. In den Wettbüros liegt sie im hinteren Mittelfeld. In der Halle in Wien erntete sie Jubel, als sie sich während ihres schwungvollen Auftritts von einem riesigen Würfel in die Arme ihrer Tänzerinnen fallen ließ. Außerdem ließ sie sich in bewährter ESC-Manier das Kleid vom Leib reißen, um in einem goldenen Body weiterzutanzen - zusammen mit dem roten Würfel und einem teils schwarzen Hintergrund ergab das die deutschen Farben.
Es ist die 70. Ausgabe des weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerbs, und gleich zu Beginn setzte Gastgeber Österreich voll auf Nostalgie. Schlager-Legende Vicky Leandros sang zusammen mit einem Mehrgenerationen-Chor das Lied "L'Amour est bleu", mit dem sie 1967 in Österreich für Luxemburg antrat. Damals wurde sie Vierte, fünf Jahre später gewann sie mit "Après toi" den Wettbewerb.
Österreich hatte im Jubiläumsjahr ursprünglich auf eine Rekordzahl an Teilnehmern gehofft. Doch stattdessen konnte Wien nur insgesamt 35 Starter begrüßen - so wenige wie seit mehr als 20 Jahren nicht. Denn zu seinem Jubiläum ist der ESC in der Krise und die Europäische Rundfunkunion EBU zerstritten. Spanien, Irland, die Niederlande, Island und Slowenien machen aus Protest gegen die Teilnahme Israels, das wegen seines Vorgehens im Gazastreifen in der Kritik steht, nicht mit.
2025 hatte Israel mit einer massiven Kampagne in sozialen Netzwerken für seine Starterin Yuval Raphael geworben. Eine direkte Manipulation der Abstimmung konnte dem Land nicht nachgewiesen werden - der israelische Beitrag gewann aber im vergangenen Jahr unerwartet die Publikumsabstimmung und wurde insgesamt Zweiter. Aus der Debatte zog der ESC Konsequenzen und führte neue Regeln ein. Unter anderem gibt es in den Halbfinals wieder eine Juryabstimmung. In den Jahren 2023 bis 2025 waren sie eine reine Publikumsentscheidung.
Beim Auftritt des diesjährigen israelischen Kandidaten Noam Bettan waren in der Halle auch Buhrufe und Pfiffe zu hören. In der Wiener Innenstadt hatten zuvor mehrere pro-palästinensische Aktivisten mit symbolischen Särgen gegen die Teilnahme Israels protestiert.
Nach dem ersten Halbfinale sind nun fünf der 35 Teilnehmer bereits ausgeschieden. Am Donnerstag folgt das zweite Halbfinale mit wieder 15 teilnehmenden Ländern, die um die zehn verbliebenen Tickets für das Finale am Samstagabend kämpfen. Im zweiten Halbfinale treten unter anderem die Mitfavoriten Sören Torpegaard Lund für Dänemark und Delta Goodrem für Australien auf.
Außerdem ist Frankreich mit dem ebenfalls hoch gehandelten Opern-Poplied "Regarde" dabei. Sängerin Monroe präsentiert das Lied, muss aber nicht um den Einzug ins Finale fürchten - Frankreich ist dafür, wie Deutschland, Italien und Großbritannien, bereits gesetzt. Das gilt auch für Gastgeber Österreich, dessen Beitrag "Tanzschein" von Cosmó ebenfalls in der Show vom Donnerstag gezeigt wird. Im vergangenen Jahr hatte der Countertenor JJ mit seinem Song "Wasted Love" für die Alpenrepublik den ESC gewonnen.
P.Tamimi--SF-PST