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In Ostsee treibender Öltanker aus russischer Schattenflotte wird nach Osten bewegt
Der manövrierunfähig in der Ostsee treibende Tanker "Eventin" aus der sogenannten russischen Schattenflotte bewegt sich derzeit in einem Verband mit drei Schleppern nach Osten. Wie das Havariekommando der Länder in der Nacht auf Samstag in Cuxhaven mitteilte, handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme angesichts des Windes in dem Seegebiet. "Sollten unvorhergesehene Ereignisse eintreten, könnte die Möglichkeit bestehen, dass die manövrierunfähige 'Eventin' südwärts treibt", hieß es. Die neue Position sei sicherer, weil es mehr freien Seeraum im Süden des Schleppverbandes gebe.
Die neue Position befindet sich demnach nordöstlich vor dem berühmten Kap Arkona der Insel Rügen. Der Schleppverband aus der "Eventin" und den drei Schleppern "Bremen Fighter", "VB Luca" und "VB Bremen" werde für die rund 25 Kilometer lange Strecke dorthin voraussichtlich rund acht Stunden brauchen, erklärte das Havariekommando weiter.
Indes konnte ein Team von Notschlepp-Spezialisten den mit rund 99.000 Tonnen Öl beladenen Tanker wieder verlassen. Sie waren den Angaben nach von einem Hubschrauber der Bundespolizei zuvor auf das zuvor rund 14 Kilometer nördlich von Rügen befindliche Schiff abgeseilt worden und hatten die Schleppverbindung zur "VB Bremen" hergestellt.
Die "Eventin" trieb laut Havariekommando seit der Nacht auf Freitag nach einem Blackout an Bord manövrierunfähig in der Ostsee. Den Angaben nach herrschen derzeit Windstärken von fünf bis sechs Beaufort in dem Seegebiet, die Wellen sind etwa 2,5 Meter hoch.
Der Tanker steht auf einer Liste 192 maroder Schiffe, mit denen Russland zur Umgehung von Sanktionen nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace Öl transportiert.
Eine Evakuierung der 24-köpfigen Besatzung ist nach den bisherigen Angaben nicht notwendig. Neben dem Notschlepper sind ein Mehrzweckschiff der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sowie ein Einsatzschiff der Bundespolizei beim havarierten Tanker.
Russland umgeht mit unter fremder Flagge fahrenden Tankern das als Folge seines Angriffs auf die Ukraine verhängte Öl-Embargo. Es handelt sich bei den Schiffen um alte und oft unversicherte Tanker. Im Dezember hatte die Europäische Union rund 50 Schiffe der Schattenflotte auf die Sanktionsliste gesetzt.
Das Havariekommando ist für Unfälle auf der Nordsee und der Ostsee zuständig. Es wurde 2003 vom Bund sowie den Küstenländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg und Niedersachsen gegründet.
S.Abdullah--SF-PST