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Prinz Harry streitet vor Gericht weiter um Polizeischutz während Heimat-Besuchen
Im jahrelangen Streit um Sicherheitsvorkehrungen bei seinen Besuchen in Großbritannien führt Prinz Harry einen weiteren Prozess. In Abwesenheit des Prinzen legte seine Anwältin Shaheed Fatima am Dienstag zu Prozessbeginn dar, das britische Innenministerium verwehre ihm sein Recht auf Sicherheit in seinem Heimatland. Dem jüngeren Sohn von König Charles III. stehe Schutz zu aufgrund seines "Status, seiner Vorgeschichte und seiner Stellung innerhalb der königlichen Familie".
Harry und seine Frau Meghan hatten sich im April 2020 von ihren royalen Pflichten zurückgezogen und leben nun mit ihren beiden kleinen Kindern in Kalifornien. Damit verloren die beiden ihren vom Steuerzahler finanzierten Polizeischutz in Großbritannien. Das britische Innenministerium lehnte in der Folge ab, bei Besuchen in seinem Heimatland grundsätzlich Polizisten für Harrys Sicherheit abzustellen, obwohl der Prinz selbst für die Kosten des Einsatzes aufkommen wollte.
In dem Verfahren, das am Dienstag vor dem Londoner High Court begann, geht es konkret um die im Februar 2020 getroffene Entscheidung des Innenministeriums, Prinz Harry Polizeischutz nur von Fall zu Fall zuzubilligen. Dies bringe eine "unmäßige Unsicherheit" für den Prinzen und sein Sicherheitsteam mit sich, kritisierte seine Anwältin. In schriftlichen Eingaben an das Gericht hob sie hervor, dass es dem Ansehen Großbritanniens schaden würde, wenn es in seiner alten Heimat einen Angriff auf den Herzog von Sussex gäbe.
Der Anwalt James Eadie, der das Innenministerium in dem Prozess vertritt, rechtfertigte die eingeschränkte Schutzzusage. Dass Prinz Harry nur unter "bestimmten Bedingungen" und "je nach Kontext" Polizeischutz bekomme, sei auf die "Veränderung seines Status" zurückzuführen, die der Prinz selbst herbeigeführt habe mit der Entscheidung, "ein Mitglied der königlichen Familie ohne offizielle Funktion" zu werden.
In den USA beschäftigen Harry und Meghan ein eigenes privates Sicherheitsteam. Sie führen jedoch an, dass ihre Sicherheitsleute in Großbritannien weder über ausreichende Kompetenzen noch über Zugang zu Geheimdienstinformationen verfügen, um die Familie schützen zu können. Prinz Harry bot daher an, die Kosten für seinen Polizeischutz während Aufenthalten in Großbritannien selbst zu tragen.
Dies lehnte das Innenministerium im Mai jedoch ebenfalls ab. Die Anwälte des Ministeriums argumentierten, es sei "nicht angemessen", dass sich reiche Menschen staatlichen Schutz "kaufen" könnten, wenn zuvor entschieden worden sei, dass vom Steuerzahler finanzierte Schutzmaßnahmen für sie nicht im öffentlichen Interesse lägen.
Die Sicherheit von Prinz Harry und seiner Frau Meghan war Mitte Mai erneut in den Fokus gerückt, als das Paar in New York im Auto von Paparazzi verfolgt wurde. Prinz Harrys Mutter Diana war am 31. August 1997 bei einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi in Paris ums Leben gekommen. Deswegen ist sein Verhältnis zu den Boulevardmedien sehr angespannt, gegen sie ging er bereits wiederholt juristisch vor.
K.AbuDahab--SF-PST