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Ventil-Leck bei Akw Isar 2 wirft Fragen hinsichtlich eines Reservebetriebs auf
Ein Ventil-Leck beim Atomkraftwerk Isar 2 wirft Fragen hinsichtlich eines möglichen Reservebetriebs auf. Eine Reparatur sei nach Auskunft des Betreibers nicht notwendig, wenn das Akw wie geplant zum Jahresende den Leistungsbetrieb beendet, teilte das Bundesumweltministerium am Montag mit. Um länger zu Verfügung zu stehen, müsse laut Preussen Elektra ein etwa einwöchiger Stillstand mit einer Reparatur erfolgen - dies allerdings schon im Oktober.
Preussen Elektra wies den Angaben zufolge darauf hin, dass die Brennelemente des Reaktorkerns bereits im November eine zu geringe Reaktivität hätten, um die Anlage aus dem Stillstand heraus dann wieder hochzufahren. Das Ministerium erklärte, bisher habe der Betreiber "immer ausgeführt, dass die Anlage bis Jahresende mit nahezu voller Leistung laufe".
Das Energieunternehmen Preussen Elektra informierte den Angaben zufolge das Bundesumweltministerium vergangene Woche im Zuge der Fachgespräche über Vorbereitungen einer Bereitschaftsreserve über die interne Ventil-Leckage. Eine Beeinträchtigung der Sicherheit besteht demnach nicht. Die Atomaufsicht des Landes Bayern sei vom Betreiber informiert worden.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte Anfang September angekündigt, dass die Kraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg noch bis Mitte April 2023 bei Engpässen als Notreserve zur Verfügung stehen sollten.
Das Bundesumweltministerium verwies am Montag darauf, dass die Angaben von Preussen Elektra "einige wesentliche neue Fakten" im Vergleich zu jenen enthielten, die der Betreiber mit Schreiben vom 25. August gegenüber dem Wirtschaftsministerium gemacht habe. Diese neuen Fakten müssten nunmehr bei den Planungen für eine Verfügbarkeit des Akw zur Stromproduktion nach dem 31. Dezember berücksichtigt werden, hieß es weiter aus dem Umweltministerium.
Beide Ministerien prüfen demnach "die neue Sachlage und ihre Auswirkungen für die Konzeption und Realisierung der Bereitschaftsreserve". Für das Bundesumweltministerium stehe im Vordergrund, dass die derzeit hohen Sicherheitsstandards der deutschen Akw auch weiterhin gewährleistet sind.
"Ein besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, die Einschätzung der Atomaufsicht des Landes Bayern und des Betreibers im Hinblick auf die Leckage des Ventils zu prüfen", teilte das für nukleare Sicherheit zuständige Ministerium mit.
In dem genannten Schreiben von Preussen Elektra vom 25. August hatte der Betreiber davor gewarnt, die Anlage ab dem Jahreswechsel in eine Reserve zu überführen. Der diesbezügliche Vorschlag von Habeck sei "technisch nicht machbar", hieß es darin. Der Wirtschaftsminister hatte sich "verwundert" über das Schreiben des Unternehmens geäußert.
O.Farraj--SF-PST