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Volkswagen beschließt Börsengang von Porsche noch in diesem Jahr
Der Sportwagenhersteller Porsche soll noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Der VW-Mutterkonzern gab grünes Licht für den Gang aufs Börsenparkett in Frankfurt am Main noch in diesem Jahr, wie es am Montagabend hieß. Den Erlös dürfte die VW-Tochter Porsche in den Ausbau der Elektromobilität stecken: Schon 2030 sollen mehr als 80 Prozent der neu ausgelieferten Fahrzeuge vollelektrisch angetrieben sein.
Beschlossen wurde der seit längerem angestrebte Börsengang vom VW-Vorstand "nach intensiver Prüfung mit Zustimmung des Aufsichtsrats", wie VW mitteilte. Angestrebt wird das Debüt "vorbehaltlich des Kapitalmarktumfeldes" für Ende September oder Anfang Oktober, bis zum Jahresende soll er umgesetzt werden.
Die Sportwagenmarke gehört zu 100 Prozent zu Volkswagen. Der zweitgrößte Autohersteller der Welt wiederum wird kontrolliert von der Porsche Automobil Holding SE, über die die Familien Porsche und Piëch eine Stimmenmehrheit von 53,3 Prozent bei Volkswagen haben. Durch den Börsengang bekämen die Eigner-Familien wieder Zugriff auf Porsche.
Das Grundkapital von Porsche wurde für den Börsengang zu gleichen Teilen in Vorzugsaktien und Stammaktien unterteilt. Die Aktienarten werden zu unterschiedlichen Kursen gehandelt, außerdem hat nur ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung, wer Stammaktien besitzt. Dafür ist die Dividenden-Ausschüttung bei Vorzugsaktien in der Regel höher.
Vorgesehen ist nun, dass bis zu 25 Prozent der Vorzugsaktien von Anlegern erworben werden können, neben institutionellen Investoren auch von Privatanlegern in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die Porsche Automobil Holding SE würde dann 25 Prozent plus eine der Stammaktien der Porsche AG von der Volkswagen AG erwerben. Gelingt der Börsengang, ist für das Jahresende eine außerordentliche Hauptversammlung geplant, bei der es eine Sonderdividende geben könnte.
Die Porsche AG begrüßte den Schritt. Firmenchef Oliver Blume, der zum September auch den Vorsitz des VW-Konzerns übernommen hatte, sprach von einem "historischen Moment für Porsche". Ein Börsengang würde "ein neues Kapitel mit größerer Unabhängigkeit" aufschlagen. Porsche bereite sich nun "mit voller Geschwindigkeit" auf den Börsengang vor.
Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer äußerte den grundsätzlichen Zweifel, ob der Börsengang angesichts des schwierigen Marktumfelds nicht "zu spät" komme. "Die Hochzinsphase ist nicht in zwei Jahren vorbei", argumentierte der Leiter des Duisburger CAR-Instituts. "Gleiches gilt für die große Rezession, die in Europa zu erwarten ist." Hinzu komme der schwache Euro. In jedem Fall sei nun "Eile angesagt".
Porsche gilt als wertvollste der VW-Marken. Der Sportwagenbauer war nach der verlorenen Übernahmeschlacht vor fast zehn Jahren an VW gegangen. Volkswagen vereint insgesamt zwölf Marken unter seinem Dach - dazu gehören neben der Kernmarke VW und Porsche sind das unter anderem auch Audi, Seat und Skoda.
M.AbuKhalil--SF-PST