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"SZ": Freier Platz im VW-Aufsichtsrat wird kurzfristig besetzt
Vor der Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen soll der freie Platz in dem Gremium laut Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wieder besetzt werden: Das Amtsgericht Braunschweig solle Marianne Heiß kurzfristig zur neuen Aufsichtsrätin bestellen, berichtete die Zeitung am Donnerstag. Seit dem überraschenden Abgang von Susanne Wiegand Mitte Juni saßen den zehn Vertretern der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat nur neun Vertreter der Kapitalseite gegenüber.
Die Österreicherin Heiß war bereits 2018 bis 2025 Mitglied des VW-Aufsichtsrates und wurde damals durch Wiegand ersetzt. Sie werde damit Nachfolgerin ihrer Nachfolgerin, berichtete die "Süddeutsche". Ein Sprecher des Aufsichtsrates wollte den Bericht gegenüber AFP nicht kommentieren.
Bei der Aufsichtsratssitzung am Freitag soll es Medienberichten zufolge um die Sparpläne des Vorstands gehen. Laut Bericht der "Wirtschaftswoche" legte der Vorstand ein Papier vor, wonach die spanische Marke Seat "bis spätestens Ende 2029" eingestellt werden soll. Damit wolle der Vorstand Kosten reduzieren, berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf eine Unterlage für den Aufsichtsrat. Ein Sprecher von VW wollte den Bericht nicht kommentieren.
Interne Unterlagen würden "in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet", sagte der VW-Sprecher der "Wirtschaftswoche". "Diesem Prozess greifen wir nicht vor."
Die Zeitung zitierte aus dem Papier: "Die Marke Seat wird geordnet und kostenoptimal bis spätestens Ende 2029 auslaufen gelassen, wobei die Betreuung bestehender Kunden (z.B. Service) und die Erfüllung bestehender Verpflichtungen weiter sichergestellt wird." Damit wolle der Vorstand die Kosten im Bereich Core reduzieren, wozu die Marken VW, Skoda, Seat und deren Schwestermarke Cupra gehören. Ein Auslaufen der Marke Seat reduziere die Komplexität und die Investitionsbelastung in der Markengruppe Core, zitierte die "Wirtschaftswoche".
Die erfolgreiche Marke Cupra solle fortgeführt werden. Bestehende Produkte, Vertriebs- und Produktionsstrukturen der Marke Seat würden "wirtschaftlich optimiert in die Marke Cupra migriert", zitierte die Zeitung. "Cupra wird als eigenständige Marke mit einer Zielgröße von 500.000 bis 600.000 Einheiten pro Jahr fortgeführt."
2025 wurden laut VW fast 329.000 Autos der Marke Cupra ausgeliefert, ein Plus von 32,5 Prozent zum Vorjahr. Die Marke Seat dagegen brach um 17 Prozent ein. Deutschland ist demnach der größte Markt für Cupra, vollelektrische Modelle machen ein Viertel des Absatzes aus. Die Marke ist laut VW eine der "am schnellsten wachsenden Automobilmarken Europas".
Volkswagen steckt wie auch die anderen deutschen Autobauer in der Krise. Konzernchef Oliver Blume hat deshalb weitere Sparbemühungen angekündigt und weitere 50.000 Stellenstreichungen weltweit und Werksschließungen in Deutschland in den Raum gestellt. Genannt wurden immer wieder die Standorte in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm, für die Anfang der 2030er Jahre die Belegungen auslaufen.
N.Awad--SF-PST