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Mehr deutsche Exporte im ersten Halbjahr - USA und China bereiten Sorgen
Die deutschen Exporte sind im ersten Halbjahr zwar gestiegen, die Entwicklung im Handel mit den Schwergewichten USA und China bereitet jedoch Sorgen: Die Lieferungen in beide Länder sackten deutlich ab. Kompensiert wurde dies von deutlichen Steigerungen bei den Lieferungen in andere EU-Länder, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Die Importe insbesondere aus China stiegen deutlich, die deutsche Außenhandelsbilanz verschlechterte sich daher.
Insgesamt exportierte Deutschland im ersten Halbjahr Waren im Wert von 817,8 Milliarden Euro - 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der wichtigste Abnehmer waren weiterhin die USA. 73,1 Milliarden Euro an US-Exporten bedeuten jedoch einen Rückgang um 6,1 Prozent. Hier machen sich die Zölle von US-Präsident Donald Trump deutlich bemerkbar. Stark sanken etwa die Autoexporte in die USA (minus 17,2 Prozent).
Nach Frankreich lieferten deutsche Unternehmen hingegen mit 63,2 Milliarden Euro 7,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch die Exporte in die Niederlande stiegen stark, um neun Prozent auf 60,5 Milliarden Euro. China sackte im Ranking der wichtigsten Abnehmerländer deutscher Produkte weiter ab. Die Exporte in die Volksrepublik sanken um 12,2 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro.
Zugleich stiegen die Importe aus China weiter stark an - um 8,8 Prozent auf 89,1 Milliarden Euro. Auch die Einfuhren aus den USA stiegen deutlich - um sieben Prozent auf 50,6 Milliarden Euro. Im Handel mit den USA bleibt damit weiterhin ein bedeutender Exportüberschuss, während der Handel mit China immer unausgeglichener zu Ungunsten Deutschlands wird.
Die Zahlen zeigten, "wie stark die deutsche Wirtschaft durch die geoökonomischen Verschiebungen unter Druck gerät", erklärte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung. Sowohl China als auch die USA versuchten "mit aggressiver Handels- und Industriepolitik, ihre eigene Industrie zu stützen und ausländische Anbieter aus ihrem Markt zu verdrängen".
Perspektivisch werde Europa "die einzige relevante Quelle von Exportwachstum sein", prognostiziert der Ökonom. "Länder wie Indien oder Brasilien sind im globalen Maßstab zu klein, um den Verlust von Marktanteilen in den USA und China auszugleichen." Daher brauche Deutschland einen starken EU-Binnenmarkt und "eine offensive Industriepolitik, die verhindert, dass Zukunftsindustrien in Europa durch chinesische subventionierte Konkurrenz vom Markt verdrängt werden".
Autos und Autoteile waren den Angaben des Statistikamts zufolge trotz eines Rückgangs um 5,8 Prozent weiterhin die wichtigsten deutschen Exportgüter. An zweiter Stelle liegen Maschinen, wo es einen leichten Rückgang gab. Ein deutliches Plus von 9,5 Prozent gab es bei Datenverarbeitungsgeräten und elektrischen und optischen Erzeugnissen. Auch die Chemie-Industrie exportierte mehr.
A.Suleiman--SF-PST