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Wissing: Bei Neun-Euro-Ticket erst über strukturelle Fragen reden - dann über Geld
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) will trotz heftiger Diskussionen über eine Nachfolgeregelung für das Neun-Euro-Ticket und die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs bei seinem "Fahrplan" bleiben. Er habe im Frühjahr eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die solle zunächst "strukturelle Fragen" klären und die Ergebnisse vorlegen, sagte Wissing am Freitag in Berlin. Er wolle erst über Inhalte reden, dann über Geld.
Die Verkehrsministerinnen und -minister der Länder hatten bei einer Sonderkonferenz am Vormittag sehr viel mehr Geld für den ÖPNV gefordert; auch bei der Finanzierung einer Nachfolge für das Neun-Euro-Ticket sehen sie den Bund in der Pflicht. Wissing nannte dieses Ergebnis "enttäuschend": Die Bürgerinnen und Bürger erwarteten, dass Lösungen präsentiert würden und nicht, dass die Verantwortung verschoben werde.
Wissing bot den Ländern "konstruktive Gespräche" darüber an, wie der ÖPNV attraktiver werden könne. Der Bundesverkehrsminister wiederholte, er sehe Chancen in der Digitalisierung: "Man kann das Ticketing einfacher gestalten." Das spare auch Geld. Er wehre sich dagegen, "alles zu lassen wie es ist" und mehr Geld ins System zu schieben.
"Denken wir nicht von der Angebotsseite, sondern von der Nachfrageseite", sagte Wissing. Es müsse geklärt werden, was die Menschen motiviert habe, auf den ÖPNV umzusteigen.
T.Ibrahim--SF-PST