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Konkurrenz in und aus China: Gewinn von VW bricht weiter ein
Vor allem wegen einbrechender Absätze in China sowie zunehmender Konkurrenz chinesischer Marken auch in anderen Märkten ist der Gewinn des Volkswagen-Konzerns im zweiten Quartal weiter zurückgegangen. Der Nettogewinn des kriselnden Autobauers sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im zweiten Quartal 2025 waren es noch 2,29 Milliarden Euro gewesen. Der Vorstand drängte auf weitere Einschnitte, im Raum steht der Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen.
"In einem Umfeld, in dem der Gesamtmarkt in China um 20 Prozent zurückgeht und chinesische Wettbewerber ihre Exporte und dadurch den Wettbewerbsdruck in Europa erhöhen, reichen die bislang geplanten Initiativen nicht aus", erklärte Finanz-Vorstand Arno Antlitz. Er verwies insbesondere auf die operative Marge, die im zweiten Quartal mit 3,8 Prozent sehr niedrig ausfiel. Der Umsatz stieg den Angaben nach um 2,0 Prozent auf 82,4 Milliarden Euro. Der Umsatz im ersten Halbjahr lag weitgehend auf Vorjahresniveau.
China ist der weltweit größte Automarkt und VW hat dort in den vergangenen Jahrzehnten besonders viel investiert. Wegen der zunehmenden Konkurrenz örtlicher Hersteller und der zugleich seit langem schlechten Konsumstimmung chinesischer Verbraucher brechen die Absätze seit einiger Zeit ein.
Chinesische Hersteller wie BYD, Geely und Chery setzen inzwischen massiv auf den Export und drängen auch auf den europäischen Markt. Nach Angaben des Automobilmarktforschungsunternehmens Dataforce erreichten chinesische im Mai einen Anteil von fast elf Prozent am europäischen Automobilmarkt - vor drei Jahren lag dieser Anteil noch bei knapp drei Prozent.
Konzernchef Oliver Blume sprach von einem "extrem herausfordernden" wirtschaftlichen Umfeld: "geopolitische Krisen, Handelskonflikte, hohe regulatorische Anforderungen, volatile Märkte und verschärfter Wettbewerb" erschwerten das Geschäft. Für das Gesamtjahr setzt VW deshalb seine Umsatzprognose herab und rechnet nun mit einem Rückgang von bis zu drei Prozent. Zuvor war Volkswagen noch von null bis drei Prozent Wachstum ausgegangen.
"Wir müssen unsere Anstrengungen erhöhen, um unsere Kostenbasis strukturell zu senken und unsere Ergebnisqualität nachhaltig zu steigern", erklärte Finanzchef Antlitz weiter. "Dazu gehören verbesserte Kosten-Strukturen unserer Fahrzeuge, niedrigere Gemeinkosten, höhere Effizienz in den Werken, schnellere Technologieentwicklung und schnellere Entscheidungsprozesse."
Insbesondere auf die Gemeinkosten hatte Blume vor knapp zwei Wochen abgehoben, als er in einem im Konzerntintranet veröffentlichten Interview erstmals Zahlen eines möglichen Jobabbaus nannte. Rein rechnerisch müssten zusätzlich zu bisher geplanten 50.000 Stellenstreichungen weitere 50.000 Jobs weltweit wegfallen, um die Gemeinkosten auf ein "wettbewerbsfähiges Niveau" zu bringen, sagte er. Im Raum steht die Schließung der VW-Werke in Zwickau, Emden und Hannover sowie des Audi-Werks in Neckarsulm.
2024 war bereits die Rede von möglichen Werksschließungen gewesen. Die traditionell starken Arbeitnehmervertreter im VW-Konzern sowie das Land Niedersachsen als Anteilseigner rangen der Konzernspitze damals als Kompromiss ein Sparprogramm ab, das einen sozialverträglichen Jobabbau um 35.000 bis 2030 vorsah. Gereicht hat das offenbar nicht.
O.Mousa--SF-PST