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Bericht: Nur 32 Visa für türkische Aushilfen an deutschen Flughäfen erteilt
Die Anwerbung von türkischen Arbeitskräften zur Verbesserung der angespannten Personalsituation an den deutschen Flughäfen läuft offenbar äußerst schleppend. Seit Juli seien im deutschen Generalkonsulat in Istanbul 140 Visaanträge von Mitarbeitern in der Bodenabfertigung gestellt worden, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Unionsfraktion, aus der die "Rheinische Post" am Mittwoch zitierte. In nur 32 Fällen sei nach Abschluss der Zuverlässigkeitsüberprüfung ein Visum erteilt worden.
Insgesamt werde auch von Seiten der Luftverkehrswirtschaft nur mit dem Einsatz "einer niedrigen dreistelligen Anzahl an Hilfskräften auf Grundlage des Sonderverfahrens gerechnet", hieß es der Zeitung zufolge von der Bundesregierung weiter. Der Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL) hatte die Bundesagentur für Arbeit ursprünglich um die erleichterte Einreise von 2000 türkischen Arbeitskräften gebeten.
Die tourismuspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Anja Karliczek (CDU), sprach in der "Rheinischen Post" von einem "kräftigen Schlag ins Wasser". Es räche sich jetzt, dass Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) das Problem so lange ignoriert hätten. "Sie hätten viel schneller die Genehmigung für die Anwerbung erteilen müssen. Auch das Genehmigungsverfahren ist viel zu spät und zu kompliziert gestaltet worden", kritisierte Karliczek.
Die Bundesregierung hatte Ende Juni beschlossen, wegen des Personalmangels an den Flughäfen die vereinfachte Einreise für Arbeitskräfte aus der Türkei zu erleichtern. Angang Juli gab die Bundesagentur für Arbeit grünes Licht. Das Programm wurde zunächst bis Anfang November befristet.
Die Personalprobleme der Flughäfen und Airlines hatte insbesondere über den Sommer zu langen Wartezeiten für Reisende geführt. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen.
K.Hassan--SF-PST