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Unicredit sichert sich fast die Hälfte der Stimmrechte an der Commerzbank
Im Ringen um eine Übernahme der Commerzbank nähert sich die italienische Großbank Unicredit der Hälfte der Stimmrechte an dem Frankfurter Geldhaus. Commerzbank-Anteilseigner boten der Unicredit bis Ende der Angebotsfrist 17,6 Prozent der Aktien der Commerzbank an, wie Unicredit am Mittwoch mitteilte. Damit seien die Erwartungen übertroffen worden. Die Commerzbank erklärte, sie habe das Ergebnis "zur Kenntnis genommen" und wies auf eine "niedrige Annahmequote unter den unabhängigen Aktionären" hin.
Die Unicredit hielt nach eigenen Angaben schon zuvor 26,77 Prozent an der Commerzbank plus verschiedene Finanzinstrumente in Höhe von 3,22 Prozent, die sie in Commerzbank-Aktien umwandeln kann. Mit den neu angedienten Aktion ergebe sich ein Anteil von 47,59 Prozent, teilte die italienische Bank weiter mit. Dies entspreche 49,65 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank.
"Der Abschluss der Angebotsfristen stellt einen weiteren Schritt bei der Umsetzung der strategischen Investition von Unicredit in die Commerzbank dar", erklärte die Bank weiter. Der Angebotspreis galt als finanziell eher unattraktiv für die Aktionäre, der Preis lag größtenteils unter dem Aktienkurs der Commerzbank.
Das Frankfurter Geldhaus erklärte nun, dass die der italienischen Bank angebotenen Aktien "überwiegend von mit der Unicredit verbundenen Banken und Parteien" stammten. Der Commerzbank zufolge liegt die "Summe der von institutionellen und privaten Anlegern angedienten Aktien" hingegen bei weniger als zwei Prozent. Das dient der Bank als Beleg für eine "mangelnde Attraktivität des Angebots".
"Wir haben das Ergebnis des Übernahmeangebots zur Kenntnis genommen", erklärte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. "Auch in Zukunft wird der Fokus unseres Handelns auf den Interessen unserer Kundinnen und Kunden, unserer Mitarbeitenden sowie unserer Anteilseigner liegen."
Die Unicredit will das internationale Netzwerk der Commerzbank, das als zu komplex und ineffizient gilt, verkleinern und die Bank wieder stärker auf ihr Deutschlandgeschäft ausrichten. Die Commerzbank-Führung und die Bundesregierung, die zweitgrößter Anteilseigner der Bank ist, lehnen die Übernahme vehement ab.
Der Übernahmekampf war im Juni eskaliert - die Commerzbank warf Unicredit vor, die angebotenen Aktien stammten überwiegend von Banken, die mit der Unicredit zusammenarbeiten, und forderte eine Überprüfung durch die Finanzaufsicht Bafin. Der Betriebsrat erstattete Strafanzeige "wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Irreführung". Die Unicredit ihrerseits drohte, bei einer Übernahme den Aufsichtsrat der Commerzbank auszutauschen, in dem auch zwei Vertreter des Bundes sitzen.
W.Mansour--SF-PST