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Trump erwägt monatelange Hafenblockade und droht Iran im Atomstreit
Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen mit dem Iran erwägt US-Präsident Donald Trump eine monatelange Blockade iranischer Häfen. Wie ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses am Mittwoch mitteilte, deutete Trump diese Möglichkeit bei einem Treffen mit Vertretern der Ölindustrie an. Dem "Wall Street Journal" zufolge will er den Iran damit zur Aufgabe seines Atomprogramms bewegen. Der Iran solle "besser schnell zur Vernunft kommen", drohte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
"Der Iran kriegt es nicht geregelt. Sie wissen nicht, wie man einen nicht-nuklearen Deal unterzeichnet", schrieb Trump bei Truth Social. Dazu veröffentlichte er ein KI-generiertes Bild, das ihn selbst mit Sonnenbrille und Sturmgewehr vor Explosionen in einer kargen Berglandschaft zeigt. Darüber steht in dicken Großbuchstaben: "Kein Mr. Nice Guy mehr".
Wenige Stunden zuvor hatte Trump ein weiteres Mal versichert, der Iran sei im Krieg mit den USA und Israel bezwungen. "Wir haben diesen speziellen Gegner militärisch besiegt", sagte der US-Präsident bei einem Staatsbankett für den britischen König Charles III. "Wir werden diesen Gegner niemals eine Atomwaffe besitzen lassen", betonte er.
Die USA und andere westliche Staaten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran weist dies zurück und verweist auf sein Recht, Uran für zivile Zwecke anzureichern. Die USA und Israel begannen Ende Februar mit Luftangriffen auf Teheran den Iran-Krieg. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Am 8. April trat eine Waffenruhe in Kraft.
Seit Kriegsbeginn ist die für die weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus durch das iranische Militär faktisch gesperrt. Der Ölpreis stieg seither steil an. Die US-Armee blockiert ihrerseits iranische Häfen.
Am Dienstag beriet Trump im Weißen Haus mit Vertretern der Ölindustrie über die Lage, wie ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die Teilnehmer des Treffens, darunter Finanzminister Scott Bessent, Vizepräsident JD Vance und der Chef des US-Ölkonzerns Chevron, Mike Wirth, berieten demnach über "die Maßnahmen, die Präsident Trump ergriffen hat, um die globalen Ölmärkte zu entlasten, und die Maßnahmen, die wir ergreifen könnten, um die derzeitige Blockade bei Bedarf mehrere Monate lang fortzusetzen und ihre Auswirkungen auf amerikanische Verbraucher zu minimieren".
Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, Trump habe bereits am Montag Vertreter der US-Sicherheitsbehörden angewiesen, sich auf eine lang andauernde Blockade iranischer Häfen vorzubereiten. Trump hält demnach sowohl eine Wiederaufnahme der Luftangriffe als auch einen Rückzug der USA aus dem Iran-Krieg für zu riskant. Der US-Präsident sagte demnach, die US-Marine solle stattdessen weiterhin die iranischen Öl-Exporte beschränken, bis Teheran in alle Forderungen Washingtons einwillige.
Der Ölpreis stieg unterdessen weiter an. Die Nordseesorte Brent notierte am Mittwochnachmittag bei 117 Dollar pro Barrel - und damit auf dem höchsten Stand seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 8. April. Die Ölexporte der USA erreichten unterdessen ein Rekordhoch: Wie aus Zahlen der US-Energieinformationsbehörde (EIA) hervorgeht, exportierten die USA in der Woche bis zum 24. April täglich 6,4 Millionen Barrel Rohöl. In der Vorwoche waren es noch weniger als fünf Millionen gewesen.
Die Folgen des Konflikts sind auch im Iran deutlich zu spüren: Die Nationalwährung Rial fiel am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit der Gründung der Islamischen Republik im Jahr 1979.
W.AbuLaban--SF-PST