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Washington verlängert Handelsabkommen mit afrikanischen Ländern bis Ende des Jahres
Mehr als 30 Länder in Afrika profitieren wieder von zollfreiem Zugang zum US-Markt für viele ihrer Produkte - allerdings nur bis Jahresende. Die US-Regierung verlängerte das Handelsabkommen African Growth and Opportunity Act (Agoa) rückwirkend ab dem 30. September 2025 bis Ende 2026. Für die Zeit danach forderte der US-Handelsbeauftrage Jamieson Greer am Dienstag, ein Abkommen "für das 21. Jahrhundert muss unseren Handelspartnern mehr abverlangen und US-Unternehmen, Landwirten und Viehzüchtern besseren Marktzugang verschaffen."
Agoa war lange ein Eckpfeiler der Handelsbeziehungen zwischen den USA und vielen afrikanischen Ländern. Das Abkommen war im Jahr 2000 in Kraft getreten und galt für 32 afrikanische Staaten. Im Jahr 2024 waren Waren im Wert von 8,23 Milliarden Dollar (6,96 Milliarden Euro) zollfrei in die USA gegangen. Im September 2025 ließ die Regierung von US-Präsident Donald Trump das Abkommen auslaufen.
Profitiert hatte von dem Abkommen vor allem Südafrika - das Land exportierte für rund die Hälfte der 8,23 Milliarden Dollar vor allem Autos, Edelmetalle und landwirtschaftliche Erzeugnisse in die USA, ohne dass darauf Zölle erhoben wurden. Ein Fünftel der Summe machten Erdöl und andere Energieprodukte aus Nigeria aus.
Die südafrikanische Regierung erklärte am Mittwoch, sie sei "besorgt über die kurze Dauer der Verlängerung" des Abkommens. Sie forderte eine Vereinbarung, "die Sicherheit für Investitions- und Kaufentscheidungen bietet".
In Kenias Hauptstadt Nairobi sagte der Besitzer der Textilfabrik United Aryan, die für die US-Jeansmarken Wrangler und Levi's produziert, die Verlängerung sei zwar eine gute Nachricht - aber nur für eine kurze Zeit. "Das ist nur eine Atempause", sagte Pankaj Bedi der Nachrichtenagentur AFP. Bei den längerfristigen Aufträgen und Investitionen werde dies nicht helfen. Weitere Verhandlungen seien nötig.
Hart getroffen vom Auslaufen des Handelsabkommens im vergangenen Jahr war vor allem das kleine Königreich Lesotho, das Textilien in die USA exportiert. Trump hatte dem Land Zölle auf Importe in die USA von 50 Prozent angedroht, dieser Satz wurde ab Juli auf 15 Prozent reduziert. Im Oktober demonstrierten in Lesothos Hauptstadt Maseru hunderte Beschäftigte, weil mit dem Auslaufen des Abkommens ihre Löhne gekürzt worden waren.
Gewerkschaftschef Tsepang Makalele sagte AFP am Mittwoch, bei den Verhandlungen um eine Verlängerung von Agoa sei es zunächst um zehn Jahre gegangen - "dann waren es drei, jetzt ist es nur noch ein Jahr". Das sei nur "ein sehr kleiner Sieg". Er fürchte den Abzug von Investoren aus Lesotho.
Die US-Regierung setzte das Handelsabkommen auch als politisches Druckmittel ein: Ghanas Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa etwa hatte im Oktober erklärt, dass Washington eine Verlängerung unter anderem an die Aufnahme von aus den USA abgeschobenen Menschen durch sein Land geknüpft habe.
R.AbuNasser--SF-PST