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Greenpeace fordert mehr Direktzüge in Europa
Greenpeace hat mehr Direktzüge in Europa gefordert und dabei die schlechte Nutzung des bestehenden Schienennetzes kritisiert. Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation könnten mehr als dreimal so viele Direktzüge zwischen europäischen Großstädten verkehren wie bisher, ohne dass dafür neue Gleise gebaut werden müssten. Es bestehe die Möglichkeit, auf 305 weiteren Strecken Direktverbindungen einzurichten, teilte Greenpeace am Dienstag mit. Derzeit seien die Städte oftmals besser mit dem Flugzeug erreichbar als mit der Bahn.
Greenpeace analysierte für die Untersuchung nach eigenen Angaben insgesamt 990 Strecken zwischen 45 Metropolen in Europa. Eine direkte Verbindung wäre auf 419 dieser Strecken mit dem Tag- oder Nachtzug innerhalb von weniger als 18 Stunden möglich. Tatsächlich fahre jedoch lediglich auf 114 dieser Routen ein Direktzug.
"Das bestehende Netz muss dringend kundenfreundlicher genutzt werden", forderte Lena Donat von Greenpeace. Viele Menschen wollten klimaschonend mit der Bahn reisen, aber zu oft fehlten attraktive Angebote. Regierungen und Bahngesellschaften könnten das ändern, "ohne auch nur einen Kilometer neuer Gleise zu bauen".
In Deutschland sind der Untersuchung zufolge Berlin und München am besten an das europäische Netz angebunden. Dort wird laut Greenpeace aber nur knapp die Hälfte der möglichen direkten Zugverbindungen genutzt. In Wien, dem Spitzenreiter unter den 45 Metropolen, werden 60 Prozent der möglichen Direktzüge angeboten.
335 der untersuchten 419 Verbindungen zwischen den Städten seien indes mit dem Flugzeug zu erreichen. "Wenn verlässliche und bequeme Direktzüge fehlen, darf sich niemand wundern, dass Menschen auch auf kurzen Strecken in den Flieger steigen", kritisierte Donat. Zugfahren in Europa müsse einfacher werden, mit besseren Verbindungen und einem einheitlichen Buchungssystem.
Z.Ramadan--SF-PST