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Beratungsstellen: "Buy now, Pay later"-Angebote führen zunehmend in Schuldenfalle
Jetzt kaufen - später bezahlen: Immer mehr Menschen geraten durch solche Angebote beim Onlineshopping in die Schuldenfalle. Wie die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) mitteilte, berichteten in einer Umfrage 65 Prozent der teilnehmenden Beratungsstellen, dass Probleme im Zusammenhang mit "Buy now, Pay later"-Angeboten im Vergleich zum Frühsommer 2023 zugenommen hätten. Die Ergebnisse der Umfrage lagen AFP am Mittwochmorgen vor.
Demnach steigt insgesamt der Bedarf an Beratung: 44 Prozent der Befragten gaben an, die Nachfrage habe sich zwischen zehn und 30 Prozent erhöht, 17 Prozent sprachen von einer starken Erhöhung um über 30 Prozent, 29 Prozent beobachteten einen ungefähr gleich bleibenden Bedarf. Im Detail berichtete fast die Hälfte (48 Prozent) der befragten Beratungsstellen von einem höheren Aufkommen an Ratsuchenden mit Energieschulden und in 28 Prozent der Stellen kamen mehr Menschen mit Mietschulden.
Danach befragt, was den Schuldnerberatungsstellen besonders auffalle, wurde aber am häufigsten das "Buy now, Pay later"-Problem genannt. "Das Risiko, den Überblick zu verlieren, ist groß und der Weg ist in die Schuldenfalle vorgezeichnet", erklärte Roman Schlag, Referent für Schuldnerberatung beim Caritasverband für das Bistum Aachen und Sprecher der AG SBV zu diesem Phänomen.
Das Bündnis, zu dem neben der Caritas unter anderem auch die Arbeiterwohlfahrt, das Rote Kreuz und der Verbraucherzentrale Bundesverband gehören, forderte vor diesem Hintergrund eine Transparenzpflicht. Oft sei der Button, über den sofort bezahlt werden könnte, "gut versteckt", ebenso seien die Zinsen bei Ratenkäufen mitunter in Fußnoten verpackt. Weil durch den zunehmenden Bedarf an Beratung zudem die Termine knapp werden, forderte die AG SBV außerdem ein Recht auf Schuldnerberatung.
Das Bündnis vertritt 1400 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände und der Verbraucherzentralen. Für die Umfrage im April und Mai dieses Jahres wurden 628 Datensätze ausgewertet.
Das Vergleichsportal Verivox hatte sich zum Thema Ratenkauf mit Blick auf die EM kürzlich das Beispiel Fernseher näher angeschaut und dabei ebenfalls vor einer Kostenfalle gewarnt. Für einen 2499 Euro teuren Fernseher werden bei einer Ratenfinanzierung mit einer Laufzeit von zwei Jahren beim Portal Otto knapp 19 Prozent Zinsen fällig. Damit seien die Zinskosten beim Händler mehr als doppelt so hoch wie bei einem üblichen Bankkredit.
Bei Amazon lag der Zinssatz für den Fernseher bei 12,6 Prozent, wie es in der am Dienstag veröffentlichten Analyse weiter hieß. Die Onlineshops der beiden Marken Media Markt und Saturn verlangten 11,9 Prozent Zinsen. Auch das war demnach deutlich teurer als ein händlerunabhängiger Ratenkredit.
U.AlSharif--SF-PST