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Kosovos Regierungschef Kurti: Serbischer Dinar "nicht verboten"
Im Zuge anhaltender Spannungen mit Serbien wegen der Abschaffung der serbischen Währung Dinar hat Kosovos Regierungschef Albin Kurti sich kompromissbereit gezeigt. Der serbische Dinar sei im Kosovo nicht offiziell "verboten", sagte Kurti am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Die Menschen können serbische Dinar haben." Doch statt des Dinars sei ab jetzt der Euro "das einzige Zahlungsmittel".
"Es ist nicht unser Ziel, irgendjemanden zu bestrafen oder die Bürger zu überrumpeln", fügte Kurti hinzu. Pristina wolle die Menschen vielmehr "an Bord haben".
Belgrad warf Pristina am Mittwoch vor, an einem Grenzübergang eine Lieferung serbischer Dinar blockiert zu haben und prangerte die Maßnahme als "diskriminierend" an. In einer Erklärung der serbischen Nationalbank hieß es, dass ein Fahrzeug mit Geld für Löhne und Renten serbischer Einwohner im Nordkosovo von den Zollbehörden an der Einreise gehindert worden sei.
Seit vergangener Woche Donnerstag ist der serbische Dinar in der Republik Kosovo offiziell verboten. Doch unter internationalem Druck verzichtete die Regierung der ehemaligen südserbischen Provinz zunächst darauf, Strafmaßnahmen anzuwenden.
Das Kosovo hatte den Euro im Jahr 2002 einseitig als Währung eingeführt, obwohl es nicht Mitglied der Eurozone oder der Europäischen Union ist. Die rund 120.000 Kosovo-Serben hielten auch nach dem Ende des Kosovo-Kriegs 1999 am serbischen Dinar fest. Viele von ihnen arbeiten für serbische Institutionen, wo ihre Gehälter, Renten und andere finanzielle Transaktionen vom Dinar und nicht von der offiziellen Währung des Kosovo abhängen.
Die kosovarischen Behörden hatten das Verbot des Dinars als Mittel im Kampf gegen die Korruption, Geldwäsche und Falschgeld präsentiert. Belgrad sprach hingegen von einer Provokation Pristinas. Auch westliche Regierungen forderten aus Angst vor weiteren Spannungen zwischen Belgrad und Pristina, die Umsetzung des Verbots vorerst auszusetzen.
Trotz der jüngsten Krise sprach sich Kurti gegenüber der AFP für ein besseres Verhältnis zu dem verfeindeten Nachbarland noch in diesem Jahr aus. Für 2024 wünsche er sich die "Normalisierung der Beziehungen" seines Landes zu Serbien.
Das 1,8-Millionen-Einwohner-Land Kosovo mit seiner mehrheitlich albanischen Bevölkerung hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Belgrad erkennt die Unabhängigkeit jedoch nicht an und betrachtet das Kosovo weiterhin als seine Provinz. Im Kosovo leben vor allem im Norden etwa 120.000 Serben.
Sowohl Serbien als auch das Kosovo gehören zu einer Gruppe von insgesamt sechs Ländern auf dem Westbalkan, die einen EU-Beitritt anstreben. Die EU verlangt von beiden Seiten, ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zu schließen.
W.AbuLaban--SF-PST